Mi, 22. August 2018

Ausstellung:

06.08.2018 06:40

Kein brotloses Künstlerdasein

Schau im Traklhaus macht Kohle in der Kunst zum Thema: 90 Positionen von Andessner bis Zobl

Dass es sich in der Kunst, zudem sie viele oft nur als Investment sehen, alles ums gute Geld dreht, ist genauso kein Geheimnis, als das sie die Moneten häufig selbst zum Inhalt hat.

Münzen, Scheine oder Schecks sind in Werken von der Antike bis in die Gegenwart vertreten - eines der prominentesten Beispiele sind wohl Warhols Dollar-Noten. Und so widmet sich nun auch die aktuelle Schau im Traklhaus dem Thema Kohle in der Kunst. Unter dem Titel „Schilling, Mark, Dollar, Euro und“ werden „honorige“ aber auch humorvolle Positionen von Artgenossen aus aller Herren Länder und Generationen gezeigt.

Der Grazer Manfred Erjautz nimmt z.B. das oft brotlose Künstlerdasein auf die Schippe. In seinem Video „Moneymaker“ inszenierte er 1996 einen Banküberfall, allerdings nicht mit einer richtigen, sondern einer Legowaffe. Und in einer zweiten Arbeit steckt er Cent-Münzen, in Anspielung an Karl Marx Credo „De omnibus dibitatum“ (An allem ist zu zweifeln) , in Ölsand und übergießt sie mit einem Kupfer-Bronze-Gemisch.

Den Cent zu Höheren berufen hat Julia Bornefeld. Sie gestaltete aus dem Kleingeld einen prachtvollen Kronleuchter und macht es so zu einem Objekt des Glanzes und Reichtums. Charlotte Wiesmann gibt geschredderten Euro-Scheinen wieder einen Stellenwert und formt daraus „EU-Slippers“, und Stefano Cagol vollzieht eine kleine Änderung mit großer Aussagekraft. Seine 1-Dollar-Note ziert nämlich nicht der Schriftzug „In God we trust“ sondern „In Art we trust“.

Werner Reiterer erlaubt sich sogar einen Vergleich mit Michelangelos „Pietà“ im Petersdom. Seine im Traklhaus am Boden liegende Bronze-Geldbörse werden nämlich nahezu genauso viele Besucher berühren, wie die Füße der Mutter Gottes. Allerdings bestimmt nicht aus religiösen, sondern schlichtweg profanen Gründen.

Die Ausstellung wird übrigens durch kostbare Leihgaben vom Dom- und Salzburgmuseum, wie z.B. zwei Grafik-Bücher aus der Mitte des 19. Jhdts. mit Abbildungen des bekannten Salzburger Landschaftsmalers Georg Pezolt, ergänzt. Außerdem steuert das Museum der Moderne Graphiken aus dem 19. und 20. Jahrhundert von Honoré Daumier, Marc Chagall, Wilhelm Thöny und Karl Rössing, und die Galerie Ropac das Künstlerduo Gilbert & George im Geldregen bei.

Tina Laske
Tina Laske

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Die „Krone“ vor Ort
Gruselig! Nur Polizei bei Salzburgs Geister-Hit
Fußball International
Das Vertrauen lebt
Deutschland macht mit Löw und Bierhoff weiter
Fußball International
Champions-League-Quali
0:0! Nun wartet auf Red Bull Salzburg ein Endspiel
Fußball National
Anklage fallengelassen
Hillsborough-Katastrophe: Polizist entlastet!
Fußball International
Kein Platz in Madrid
Real-Youngster Ödegaard geht zu Vitesse Arnheim!
Fußball International
Aus und vorbei
Thomas Doll nicht mehr Trainer von Ferencvaros
Fußball International
Franz Lederer gefeuert
Robert Almer neuer Sportdirektor bei Mattersburg!
Fußball National

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.