Di, 21. August 2018

Drama in Niederlanden

25.07.2018 21:44

19 Babys tot: Studie mit Viagra-Wirkstoff beendet

In den Niederlanden sind nach dem Tod von 19 Babys Medikamentenversuche an Schwangeren mit dem Viagra-Wirkstoff Sildenafil abgebrochen worden. Die gefäßerweiternde Substanz sei an der Universitätsklinik Amsterdam sowie an sieben anderen medizinischen Zentren an Frauen verabreicht worden, deren Babys schwerwiegende Wachstumsstörungen gehabt hätten, erklärte das Amsterdamer Akademische Zentrum (AMC).

Demnach starben 19 Babys von insgesamt 93 Frauen, denen Sildenafil gegeben worden war. Elf der gestorbenen Babys litten an Lungenkrankheiten, insbesondere an hohem Blutdruck in den Lungen, der zu einer Mangelversorgung mit Sauerstoff führen kann. In Vergleichsgruppen mit insgesamt 90 Frauen, deren ungeborene Kinder ebenfalls Wachstumsstörungen hatten, wurde statt Sildenafil ein wirkungsloses Placebo verabreicht. Aus dieser Gruppe starben laut AMC neun Kinder, jedoch keines an Lungenproblemen.

Von der Verabreichung von Sildenafil hätten sich die Mediziner eine bessere Durchblutung der Plazenta versprochen, hieß es. Frühere Untersuchungen hätten vermuten lassen, dass auf diese Weise das Wachstum der ungeborenen Kinder verbessert werden könnte. Dies habe sich bei den Medikamentenversuchen in den Niederlanden jedoch nicht bestätigt.

Komplikationen erst nach der Geburt
Alle negativen Folgen seien erst nach der Geburt aufgetreten; bei den Müttern habe Sildenafil nicht zu medizinischen Schädigungen geführt. Den beteiligten Medizinern und Forschern sei bewusst, dass die Ergebnisse der Medikamentenversuche „enorme Auswirkungen auf die Frauen und ihre Umgebung“ haben. Mit allen habe man persönliche Gespräche geführt und alle Frauen würden „so gut wie möglich“ durch Ärzte betreut werden, die an der Studie beteiligt gewesen seien.

Die Studie war 2015 gestartet worden, und sollte ursprünglich bis 2020 dauern. Insgesamt sollten rund 350 Patientinnen daran teilnehmen.

 krone.at
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