So, 23. September 2018

Vor WM-Halbfinale

10.07.2018 14:13

Otto Baric über Kroatien: Der Teamgeist ist Trumpf

Otto Baric wird auch mit 85 Jahren des Fußballs nicht müde. Für einen kroatischen Sport-TV-Sender analysiert der frühere österreichische und kroatische Teamchef in Zagreb die WM in Russland. Der Erfolgslauf der kroatischen Nationalmannschaft, die am Mittwoch gegen England um den Finaleinzug spielt, kommt für ihn nicht überraschend. „Kroatien kann schon seit längerer Zeit mit den besten Mannschaften mithalten“, erklärte Baric. „Dass sie so weit kommen, ist höchstens eine kleine Überraschung.“

Von den Namen her ist Kroatiens Semifinal-Einzug tatsächlich keine Sensation. Luka Modric, Ivan Rakitic, Mario Mandzukic, Marcelo Brozovic, Ivan Perisic - vor allem im Mittelfeld sind die Südosteuropäer mit überbordendem Talent gesegnet. Rakitic und Modric, die Achter von Barcelona und Real Madrid, seien die Mannschaftsstützen, so Baric. „Aber der Schlüssel ist die sehr gute Stimmung zwischen Trainerstab und Spielern. Sie alle glauben fest daran, dass sie Großes schaffen können. Das ist sehr wichtig in einem Turnier.“ Der 51-jährige Teamchef Zlatko Dalic, vor der WM als Trainer ein eher unbeschriebenes Blatt (arbeitete in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten), habe eine Wohlfühloase geformt. „Die Verständigung im Verband ist viel besser als früher, besser als viele Jahre“, meinte Baric, der Kroatien selbst zur EM 2004 geführt hatte. Damals war bereits in der Vorrunde Schluss. Das Entscheidungsspiel verlor seine Truppe damals 2:4 - ausgerechnet gegen England. „Sie waren damals einfach besser, wir hingegen hatten viele Probleme im Umfeld. Ich musste dann gehen“, so Baric.

Ganz oben im VIDEO sehen Sie alle Highlights des WM-Viertelfinales zwischen Russland und Kroatien!

Die „Three Lions“ von 2018 sieht er auf Augenhöhe mit den Kroaten. „Sie sind ein guter Gegner, aber überhaupt nicht besser als wir. Sie haben eine größere Liga, größeres Potenzial und leider auch mehr gleichwertige Spieler“, sagte Baric. Kroatien habe „besondere Spieler“, aber nur 14 „mit Niveau für die Spitze“. Sperren und Verletzungen, wie die Knieblessur von Sime Vrsaljko, seien schwer zu verkraften. Durch den Ausfall des erprobten Rechtsverteidigers wird die eingespielte Innenverteidigung Dejan Lovren/Domagoj Vida gesprengt - ein schwerer Schlag für Kroatiens Final-Ambitionen, so Baric. „Leider ist Jedvaj noch jung und nicht gut in Form, Vida muss das jetzt machen. Wir verlieren damit die zwei besten Stopper der Weltmeisterschaft bisher.“ Nach überzeugenden Siegen in der Gruppenphase, u.a. gegen Argentinien (3:0), wurde für die Kroaten in den K.-o.-Runden plötzlich alles komplizierter. Gegen Dänemark und Russland konnten sie nicht mehr an die Vorrunden-Leistungen anknüpfen und schafften jeweils erst im Elfmeterschießen den Aufstieg.

„Manchmal braucht man auch das nötige Glück, so ist das im Fußball“, sagte Baric. Die Extra-Schichten könnten gegen England aber den Unterschied ausmachen, befürchtet der siebenfache österreichische Meistertrainer (Wacker Innsbruck, Rapid, Salzburg). „Kroatien ist schon ein bisschen müde, das könnte ein Vorteil für England sein.“ Der Endrunde in Russland stellte Baric ein zufriedenstellendes Zeugnis aus. „Das Niveau ist gut. Aber ich kann nicht sagen, dass es eine sehr gute WM ist“, erklärte Baric und verwies auf den seiner Meinung nach zu großen Niveau-Unterschied insbesondere zwischen den Kontinenten. Dementsprechend wenig kann er einer zukünftigen XXL-WM mit 48 Teams abgewinnen. „Die Idee mit 48 Mannschaften ist idiotisch. Bei einer WM wollen die Leute die Besten sehen. So viele gute Nationen gibt es nicht.“ Den österreichischen Fußball verfolge der ÖFB-Teamchef von 1999-2001 nach wie vor intensiv. Der fachmännische Kommentar dazu fällt knapp aus: „Österreichs Fußball ist solide.“

Eine Qualifikation für ein Großturnier dürfe für ein Land wie Österreich eben nicht selbstverständlich sein. Baric ist aber guter Dinge: „Österreich wird sich in zwei bis vier Jahren wieder qualifizieren.“ Der nunmehrige ÖFB-Teamchef Franco Foda sei genauso „in Ordnung“, wie Vorgänger Marcel Koller. „Leider wechseln europäische Verbände ihre Teamchefs zu schnell, das ist nicht gut.“

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Tabellen
Gruppe A
Gruppe B
Gruppe C
Gruppe D
Gruppe E
Gruppe F
Gruppe G
Gruppe H
#MannschaftSp.TorePkt
1Uruguay35:09
2Russland38:46
3Saudi Arabien32:73
4Ägypten32:60
#MannschaftSp.TorePkt
1Spanien36:55
2Portugal35:45
3Iran32:24
4Marokko32:41
#MannschaftSp.TorePkt
1Frankreich33:17
2Dänemark32:15
3Peru32:23
4Australien32:51
#MannschaftSp.TorePkt
1Kroatien37:19
2Argentinien33:54
3Nigeria33:43
4Island32:51
#MannschaftSp.TorePkt
1Brasilien35:17
2Schweiz35:45
3Serbien32:43
4Costa Rica32:51
#MannschaftSp.TorePkt
1Schweden35:26
2Mexiko33:46
3Republik Korea33:33
4Deutschland32:43
#MannschaftSp.TorePkt
1Belgien39:29
2England38:36
3Tunesien35:83
4Panama32:110
#MannschaftSp.TorePkt
1Kolumbien35:26
2Japan34:44
3Senegal34:44
4Polen32:53
Spielplan
Gruppenphase
Achtelfinale
Viertelfinale
Halbfinale - Finale
Russland
GRUPPE A | 14.06.
5:0 (2:0)
Saudi Arabien
Ägypten
GRUPPE A | 15.06.
0:1 (0:0)
Uruguay
Marokko
GRUPPE B | 15.06.
0:1 (0:0)
Iran
Portugal
GRUPPE B | 15.06.
3:3 (2:1)
Spanien
Frankreich
GRUPPE C | 16.06.
2:1 (0:0)
Australien
Argentinien
GRUPPE D | 16.06.
1:1 (1:1)
Island
Peru
GRUPPE C | 16.06.
0:1 (0:0)
Dänemark
Kroatien
GRUPPE D | 16.06.
2:0 (1:0)
Nigeria
Costa Rica
GRUPPE E | 17.06.
0:1 (0:0)
Serbien
Deutschland
GRUPPE F | 17.06.
0:1 (0:1)
Mexiko
Brasilien
GRUPPE E | 17.06.
1:1 (1:0)
Schweiz
Schweden
GRUPPE F | 18.06.
1:0 (0:0)
Republik Korea
Belgien
GRUPPE G | 18.06.
3:0 (0:0)
Panama
Tunesien
GRUPPE G | 18.06.
1:2 (1:1)
England
Kolumbien
GRUPPE H | 19.06.
1:2 (1:1)
Japan
Polen
GRUPPE H | 19.06.
1:2 (0:1)
Senegal
Russland
GRUPPE A | 19.06.
3:1 (0:0)
Ägypten
Portugal
GRUPPE B | 20.06.
1:0 (1:0)
Marokko
Uruguay
GRUPPE A | 20.06.
1:0 (1:0)
Saudi Arabien
Iran
GRUPPE B | 20.06.
0:1 (0:0)
Spanien
Dänemark
GRUPPE C | 21.06.
1:1 (1:1)
Australien
Frankreich
GRUPPE C | 21.06.
1:0 (1:0)
Peru
Argentinien
GRUPPE D | 21.06.
0:3 (0:0)
Kroatien
Brasilien
GRUPPE E | 22.06.
2:0 (0:0)
Costa Rica
Nigeria
GRUPPE D | 22.06.
2:0 (0:0)
Island
Serbien
GRUPPE E | 22.06.
1:2 (1:0)
Schweiz
Belgien
GRUPPE G | 23.06.
5:2 (3:1)
Tunesien
Republik Korea
GRUPPE F | 23.06.
1:2 (0:1)
Mexiko
Deutschland
GRUPPE F | 23.06.
2:1 (0:1)
Schweden
England
GRUPPE G | 24.06.
6:1 (5:0)
Panama
Japan
GRUPPE H | 24.06.
2:2 (1:1)
Senegal
Polen
GRUPPE H | 24.06.
0:3 (0:1)
Kolumbien
Uruguay
GRUPPE A | 25.06.
3:0 (2:0)
Russland
Saudi Arabien
GRUPPE A | 25.06.
2:1 (1:1)
Ägypten
Iran
GRUPPE B | 25.06.
1:1 (0:1)
Portugal
Spanien
GRUPPE B | 25.06.
2:2 (1:1)
Marokko
Dänemark
GRUPPE C | 26.06.
0:0 (0:0)
Frankreich
Australien
GRUPPE C | 26.06.
0:2 (0:1)
Peru
Nigeria
GRUPPE D | 26.06.
1:2 (0:1)
Argentinien
Island
GRUPPE D | 26.06.
1:2 (0:0)
Kroatien
Republik Korea
GRUPPE F | 27.06.
2:0 (0:0)
Deutschland
Mexiko
GRUPPE F | 27.06.
0:3 (0:0)
Schweden
Serbien
GRUPPE E | 27.06.
0:2 (0:1)
Brasilien
Schweiz
GRUPPE E | 27.06.
2:2 (1:0)
Costa Rica
Japan
GRUPPE H | 28.06.
0:1 (0:0)
Polen
Senegal
GRUPPE H | 28.06.
0:1 (0:0)
Kolumbien
England
GRUPPE G | 28.06.
0:1 (0:0)
Belgien
Panama
GRUPPE G | 28.06.
1:2 (1:0)
Tunesien

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