Di, 11. Dezember 2018

Therapieplatz fehlte

07.07.2018 15:42

Drogenopfer: Keine Hilfe für Süchtigen (18)

Suchtgifthaltige Tabletten und harte Drogen: Mit 18 Jahren endete das Leben eines jungen Mannes aus dem Bezirk Klagenfurt-Land. Er ist heuer bereits der neunte Drogentote in Kärnten. Möglicherweise hätte der Tod des 18-jährigen Suchtgiftkranken verhindert werden können, aber es gab für ihn keinen freien Therapieplatz.

Leider schauen beim Thema Suchtgift noch immer zu viele weg, während der Drogenkonsum stark zunimmt. Zwar wurde die Drogenambulanz Klagenfurt mit mehr Betreuungsplätzen aufgestockt, doch der 18-Jährige, der schwer suchtgiftkrank war, stand auf der Warteliste. Wie immer mehr Kärntner war auch er im Alter zwischen 14 und 16 Jahren ins Milieu abgerutscht.

„Es ist verrückt, dass heute 14-Jährige zu Beruhigungsmitteln greifen - und seien es homöopathische -, weil der Stress in der Schule zu groß sei“, sagt der erfahrene Suchtmittel-Spezialist Karl Schnitzer vom Landeskriminalamt: „Wenn dann auch noch die Eltern zu Hause für jedes Wehwehchen ein Medikament nehmen, dann ist dies für Kinder oft der Einstieg.“ Denn Medikamente stellen eine große Gefahr dar, ebenso wie das verharmloste Cannabis, das wegen steigender THC-Werte immer gefährlicher wird. Tausende Kärntner haben laut Schnitzer ein Drogenproblem. Beste Prävention ist für Schnitzer, der seit 25 Jahren in der Szene ermittelt, „ein stabiles Elternhaus“.

Hannes Wallner
Hannes Wallner

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