Mo, 22. Oktober 2018

Meteor-Radarstation

26.06.2018 11:25

Museum macht Dauer-Bombardement aus All sichtbar

Tag für Tag landen rund 100 Tonnen extraterrestrisches Material auf unserer Erde. Größere Objekte werden nachts als Sternschnuppe sichtbar. Das Naturhistorische Museum (NHM) Wien macht nun mit einer Meteor-Radarstation dieses Dauer-Bombardement sicht- und hörbar - auch am Tag. Anlässlich des Internationalen Asteroiden-Tages am 30. Juni wird die Station am Samstag eröffnet.

Wenn größere, mindestens rund einen Millimeter messende Staubkörner aus dem Kosmos in die Erdatmosphäre eindringen, werden sie stark erhitzt, was zu einer Ionisierung der umgebenden Luftmoleküle führt. Das heißt, die Elektronen werden von den Atomkernen getrennt, ein Zustand, den man Plasma nennt. In Höhen zwischen 120 und 80 Kilometer bildet sich entlang der Flugbahn der außerirdischen Körner ein Plasmakanal und damit eine Leuchtspur.

Antenne registriert Meteor-Echos
Der Plasmakanal reflektiert aber auch Radarwellen, was man sich zur Detektion von Meteoren zunutze machen kann. Das NHM hat auf seinem Dach eine Empfangsantenne aufgestellt, die Meteor-Echos registriert, die seit Kurzem online (siehe Livestream unten) abrufbar sind. Ausgesendet wird das Radarsignal vom französischen militärischen Radarsystem GRAVES (grand réseau adapté à la veille spatiale), das der Bahnbestimmung von künstlichen Erdsatelliten dient.

Im Meteoritensaal des Museums kann man die Ergebnisse in Echtzeit auf einem Bildschirm nicht nur sehen, sondern auch hören. Je größer das Objekt ist, desto stärker ist das empfangene Radarsignal. Dem entsprechend scheinen die Meteor-Echos in Abhängigkeit ihrer Intensität in den Farben weiß, gelb, gelb-orange und rot. Zudem werden die Signale in verschiedene Geräusche umgewandelt.

Signale rund alle zehn Sekunden
Weil man mit dem Radar auch relativ kleine Ereignisse registrieren kann, rechnet NHM-Generaldirektor Christian Köberl mit Signalen im Schnitt rund alle zehn Sekunden. Das bedeute, dass die Sternschnuppen „mit größerer Empfindlichkeit als mit dem freien Auge erfasst werden können, denn in der Nacht sieht man nie so viele Sternschnuppen“, so der Meteoritenexperte.

Bereits seit Sommer 2015 ist auf dem Dach des NHM auch eine Spezialkamera installiert, um den Fall von Meteoren zu verfolgen. Ziel sei, ein möglichst dichtes Kameranetzwerk in Österreich zu installieren, um das Herkunftsgebiet von Sternschnuppen und Feuerbällen zu bestimmen und vielleicht auch frisch gefallene Meteoriten zu finden, so Köberl.

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