Di, 17. Juli 2018

„Missglückte Wortwahl“

18.06.2018 07:00

Kritik an Tiroler Heimen stößt auf Unverständnis

Die Volksanwaltschaft legte am vergangenen Freitag ihren Bericht zum „Menschenrechtsschutz“ vor, die "Krone" berichtete. Darin übte sie Kritik an Pflege- und Altenheimen in Tirol - unter anderem war die Rede von „unzähligen Tragödien“, die sich dort abspielen würden. Eine Wortwahl, die Christian Abenthung, Obmann des Altersheimverbandes Westliches Mittelgebirge, für „völlig überzogen und missglückt“ hält.

Die Kritik der Volksanwaltschaft an den Pflegeheimen lautet: Problematische Medikation in fast zwei Dritteln der Heime. Fehlendes diplomiertes Pflegepersonal in der Nacht, und fehlende Rufbereitschaften. In drei Vierteln der Heime fehle zudem eine Supervision.

Fehler aufklären
Kontrollen der Pflegestandards und der gesetzlichen Bestimmungen in den Pflegeheimen sind notwendig und wichtig, heißt es dazu in der Stellungnahme von Christian Abenthung. Die gäbe es aber auch, und zwar intern wie extern. „Es wird niemand behaupten, dass in den Pflegeheimen keine Fehler passieren. Und wenn Fehler passieren, gehören diese aufgezeigt, analysiert und die richtigen Maßnahmen zur Vermeidung derselben gesetzt“, so Abenthung.

Die Volksanwaltschaft habe sich allerdings in ihrer Wortwahl völlig vergriffen. „Wenn man in Bezug auf unsere Pflegeheime von ,unzähligen Tragödien’ spricht und sich sogar auf ,Kreuzzug’ befindet, ist das noch Akzeptable bei Weitem überschritten“, schildert Abenthung und bezieht sich damit auf eine Aussage von Kommissionsleiterin Verena Murschetz und Volksanwalt Günther Kräuter, in der es heißt: „Es spielen sich unzählige Tragödien ab. Obwohl der Sachverhalt seit 2016 bekannt ist, fehlen bis heute strukturelle Reformen. Jetzt wär’s dann Zeit. Da geht’s um die Kultur des Alterns. Wir sind auf Kreuzzug gegen das Schönreden.“

Bärendienst erwiesen
„Die Volksanwaltschaft hat mit ihrer völlig überzogenen und missglückten Wortwahl der stationären Pflege in Tirol einen Bärendienst erwiesen“, so Abenthung. Denn mit solchen Aussagen werde eine ganze Branche verunglimpft. Mitarbeiter, die ihren Beruf rund um die Uhr mit großem Einsatz ausüben, seien diskreditiert worden.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter

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