Mo, 25. Juni 2018

„Schnorrer“-Alarm:

05.06.2018 05:00

Linzer Barbarafriedhof im Visier der Bettlerbanden

Ja, ist denen denn gar nichts heilig? Während die vorwiegend osteuropäische Bettlergruppierungen in Linz bisher meist entlang der Landstraße und vor allem rund um den Volksgarten aktiv waren, haben nun einige von ihnen den Barbarafriedhof für ihr „Schaffen“ entdeckt. Manche Bettler sind so unverfroren, dass sie sogar Trauernde während der Beisetzungen am Gottesacker anschnorren.

„Der Trauerzug hatte sich gerade in Bewegung gesetzt, als zwei Männer zwischen uns auftauchten und vehement um Kleingeld baten“, erzählt Heide M. über die Treistigkeit der Bettler beim Begräbnis ihrer Tante. Aber kein Einzelfall! Auch Iris K. aus Urfahr hat in den letzten Wochen so ihre Erfahrungen mit den Schnorrern am Barbarafriedhof gemacht.

„Wollen essen, wollen trinken!“
Sie war gerade mit ihren beiden kleinen Kindern im Begriff zwei Gräber zu besuchen, als ihnen erst ein Mann vorm Seiteneingang in der Friedhofstraße einen Kaffeebecher mit den Worten: „Wollen essen, wollen trinken!“ entgegenstreckte. Und wenig später flehte ein weiterer Mann beim Überqueren der Dinghoferstraße in den anderen Teil des Friedhofes ebenso mit seinem Becher um Almosen. „Eigentlich ist der Friedhof für mich ein Ort der Ruhe und Besinnlichkeit. Betteln passt da aus für mich einfach nicht hin“, so die 32-jährige.

Verstärkte Präsenz des Ordnungsdienstes
Wobei stilles Betteln sogar erlaubt wäre, nachdem es sich beim Innenstadtfriedhof um keine sektorale Bettelverbotszone handelt. FP-Sicherheitsreferent Detlef Wimmer hat die Szenerie um den Barbarafriedhof jedenfalls schon auf dem Schirm: „Wir nehmen die Anregungen der Bürger wie immer ernst. Mit verstärkter Präsenz des Ordnungsdienstes werden wir den Bettlerbanden dort klar machen, dass ihr Geschäftszweig in Linz unrentabel ist!“ 

Mario Ruhmanseder, Kronen Zeitung

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