Mi, 26. September 2018

Verstärkte Kontrollen

03.06.2018 13:49

Illegale Einreise per Zug weiterhin ungebrochen

Es ist hochriskant und kann auch tödlich enden - doch auch weiterhin wagen Flüchtlinge die Fahrt als blinde Zugpassagiere, um von Italien über Österreich nach Deutschland zu gelangen. Zwar geht die Zahl der auf diesem Wege eingereisten Migranten generell zurück, allerdings ortet die deutsche Bundespolizei in einem deutschen Bundesland sogar einen Anstieg von illegal Eingereisten im Vergleich zu den Vorjahren.

Wurden im Jahr 2017 insgesamt knapp 900 Migranten gestoppt, die versuchten, per Zug nach Bayern einzureisen, waren es im heurigen Jahr bis Ende Mai insgesamt 115 Personen, wie die Bundespolizeidirektion München bekannt gab. In den ersten vier Monaten des heurigen Jahres griffen allein Beamte der Bundespolizeiinspektion Rosenheim auf Güterzügen aus Italien rund 20 Migranten auf, wie Sprecher Rainer Scharf berichtete. Im gesamten vergangenen Jahr waren es in dem Bereich 320 gewesen.

Gemeinsame Kontrolle gegen illegale Einwanderung
Der Rückgang der Aufgriffe steht natürlich im Zusammenhang mit der generell gesunkenen Zahl an Flüchtlingen, die illegal einreisen. Allerdings, so Scharf, würden die Kontrolle der Züge am Brenner auf italienischer Seite dazu beitragen. Seit Freitag gehen nun auch Österreich und Deutschland gemeinsam gegen illegale Einwanderung und Kriminalität vor und halten für insgesamt drei Monate gemeinsame Kontrollen ab.

„Lebensgefährlich und hochriskant“
Klar ist jedoch: Der Versuch per Zug über die Grenze zu gelangen, ist lebensgefährlich und „hochriskant“, so Scharf. „Es ist lebensgefährlich auf verschiedene Weise. Entweder man ist ganz nah am Boden, wenn man sich unter die Lkw-Auflieger legt - und läuft Gefahr, abzurutschen und vom Zug überrollt zu werden.“ Erst vor einem Jahr sei ein Flüchtling tot auf den Gleisen im Landkreis Rosenheim entdeckt worden. Wahrscheinlich habe er den Halt verloren und sei vom Zug gefallen.

„Oder es werden die Planen der Lkw oben aufgeschnitten - dann ist man sehr nah an stromführenden Leitung“, sagte Scharf. Als blinde Passagiere versuchen zumeist junge Männer aus Gambia, Guineo, Nigeria und Eritrea, illegal nach Deutschland einzureisen.

Auch Schlepper involviert?
Nicht ausgeschlossen ist zudem, dass möglicherweise auch Schlepper Flüchtlinge auf die Güterzüge geleiten: "Es gibt Hinweise, denen wir nachgehen, dass auch Schleuser dahinterstecken", so Scharf.

 krone.at
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