So, 21. Oktober 2018

„Kids save lives“

31.05.2018 09:06

600 neue Ersthelfer im Herz-Jesu-Gymnasium

Die Aktion „Kids save lives“ soll die Überlebenschance bei plötzlichen Herztoden und Kreislaufstillständen verbessern. Denn die Überlebenschance in Österreich liegt nur bei acht Prozent. Bereits Mittelschüler sollen die Grundlagen der Reanimation lernen. Am Herz-Jesu-Gymnasium gab es jetzt ein Pilotprojekt.

Es ist eine Herzensangelgenheit, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn das Herz plötzlich nicht mehr schlägt, der Kreislauf versagt, dann ist ein rasches Handeln erforderlich. „Nach drei bis vier Minuten beginnt das Gehirn bereits abzusterben“, erklärt der Organisator, Dr. Bernhard Schnöll von der Uniklinik Salzburg. 12.000 plötzliche Herztode gibt es in Österreich pro Jahr. „Die Überlebensrate liegt bei acht Prozent“, erklärt der Leiter der Notfallmedizin Dr. Wolfgang Fleischmann. Im Schnitt benötigt die Rettung acht Minuten bis sie eintrifft. „Deshalb ist es so wichtig, dass die Leute über Reanimation Bescheid wissen und auch können. Das kann Leben retten“, sagt Schnöll, der nach der Vorlage des Europäischen Rats für Herzdruckmassage eine Schulung für 600 Schüler des Herz-Jesu-Gymnasiums in Salzburg organisierte. „Alles notwendiges Wissen inklusive der Technik der Herzdruckmassage lernt man in 90 Minuten“, weiß der Mediziner. Und die Kinder und Jugendlichen sind mit Begeisterung und voller Elan mit dabei. Die Schülerinnen Hanna und Feli üben gerade die Technik: „Es macht Spaß und ist auch wichtig.“

Ein kurzes Lächeln zum „Krone“-Fotografen und weiter geht es. Schnell wird klar „das es sehr anstrengend ist“. Kurze Zeit später landet am Sportplatz der Schule der Rettungshubschrauber. Ein Erlebnis. Nachdem die Rotoren still stehen dürfen die Jugendlichen die fliegende Ambulanz betrachten. Allerdings nur für kurze Zeit, dann muss der „Christophorus“ wieder zum Einsatz. Vielleicht handelt es sich um einen Herzpatienten, jede Sekunde zählt.
In Dänemark ist das System von „Kids save lives“ bereits seit vielen Jahren im Laufen. Schnöll: „Weil die Bevölkerung besser geschult ist, überleben 15 bis 20 Prozent.“ Ein Beispiel wie gut die Laienreanimation funktionieren kann.

Gerade wenn man es im jugendlichen Alter lernt, habe man noch wesentlicher weniger Scheu davor, eine Druckmassage durchzuführen. „Man kann nichts schlimmer machen, wenn man es probiert. Nur Nichts zu tun ist schlecht. Der Ersthelfer ist ein wichtiges Glied in der Rettungskette“, erklärt Notfallmediziner Fleischmann.

Der Tag soll der Startschuss für eine flächendeckende Ausbildung in Salzburg gewesen sein. Gespräche mit dem Landesschulrat und der Landesregierung werden folgen. Auch für das Gymnasium war es eine tolle Geschichte. Am Projekttag lernten sie viele Seiten des Rettungswesen kennen.
Neben den genannten waren auch die Suchhundestaffel, die Wasserrettung und die Polizei mit vor Ort.

Felix Roittner
Felix Roittner

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