So, 23. September 2018

Kampf ums ewige Eis

14.04.2018 05:30

Enormer Längenverlust auch am Dachstein-Gletscher

Der außergewöhnlich warme Sommer hat den heimischen Gletschern im Vorjahr massiv zugesetzt: Die größten Längenverluste seit 60 Jahren waren die traurige Folge. Unter den „Top Ten“ findet sich mit einem Minus von 14 Metern auch der Dachstein an der Grenze zwischen Oberösterreich und der Steiermark. Zum Schutz des Eises verbannen die Touristiker heuer erstmals die Freerider vom Berg. Der Eispalast wurde unter ein Schutzvlies gepackt.

Vom ewigen Eis kann auf den Gletschern dieser Erde längst keine Rede mehr sein, so auch in Österreich: „Die Längenverluste weisen 2017 einen Negativrekord auf. Der Gletscherrückgang von durchschnittlich 25,2 Metern ist der höchste seit dem Jahr 1960“, alarmierten kürzlich die Experten des Österreichischen Alpenvereins.

„Wir unternehmen alles“
Da sich auch der Schneeloch-Gletscher am Dachstein in nur einem Jahr um gleich 13,8 Meter zurückgezogen hat, sind auch die Verantwortlichen in Oberösterreich und der Steiermark alarmiert: „In der Tiefe gehen bei uns schon lange jährlich ein bis zwei Meter Schnee verloren - das ist ein Problem“, konstatiert Georg Bliem, Chef der Planai-Hochwurzen-Bahnen.

Ein Problem, das man unbedingt in den Griff kriegen möchte: „Wir unternehmen alles, um unseren Gletscher zu halten. Zuletzt haben wir den Eispalast mit Vlies abgedeckt, das schaut zwar nicht gut aus, die Erfahrung lehrt uns aber, dass so die Hälfte des Schnees erhalten bleibt“, sagt der Ennstaler Touristiker.

Funpark bleibt erstmals geschlossen
Zum Schutz des Eises greift man nun auch zu einer unpopulären Maßnahme. Bliem: „Als wir bemerkt haben, dass wir zur Errichtung der Freeride-Hügel mittlerweile schon die Eisschicht angreifen, haben wir uns dazu entschlossen, den Funpark heuer erstmals sein zu lassen. Nach dem Skisaisonende am 1. Mai ist Schluss auf dem Gletscher, und wir werden schauen, wie er sich verhält.“

Barbara Winkler
Barbara Winkler

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