Berlusconi-Rivale

Bersani neuer Chef von Italiens Opposition

Ausland
26.10.2009 09:06
Der frühere Minister Pier Luigi Bersani ist zum neuen Vorsitzenden der größten Oppositionspartei Italiens gewählt worden. Das teilte der scheidende Übergangschef der Demokratischen Partei (PD), Dario Franceschini, am späten Sonntagabend mit. Zum genauen Ergebnis der internen Wahl könne er sich noch nicht äußern, jedoch sei klar: "Pier Luigi Bersani ist der neue Parteichef." Die Wahlbeteiligung sei unerwartet hoch gewesen.

Nach ersten Schätzungen wurden fast drei Millionen Stimmen abgegeben, fast so viele wie bei der Urwahl 2007, als der damalige Hoffnungsträger der Linken, Walter Veltroni, zum ersten Chef der gerade aus der Taufe gehobenen Partei gekürt worden war. In das Rennen um den Parteivorsitz waren neben dem Gewinner auch Übergangschef Franceschini und der Senator Ignazio Marino gegangen.

Bersani steht für Öffnung nach links
Der 58-jährige Norditaliener Bersani - mehrfach Minister unter Romani Prodi - gilt vielen als Garant für eine klarere und vor allem auch wirtschaftspolitisch fundierte Antwort auf den durch Affären und Enthüllungen geschwächten Regierungschef Silvio Berlusconi. Außerdem steht er für eine Öffnung nach links.

Das offizielle Endergebnis der Wahlen wird laut Medien nicht vor Montagnachmittag bekannt gegeben. Stimmberechtigt waren italienische und in Italien lebende europäische Bürger ab 16 Jahren, die in einem Dokument versicherten, PD-Wähler zu sein, und einen symbolische Betrag von zwei Euro zahlten. Eine erste Abstimmung von 470.000 PD-Mitgliedern hatte Anfang Oktober eine Mehrheit von 55 Prozent für Bersani ergeben. Bei der Wahl war die absolute Mehrheit erforderlich.

PD hofft auf Aufschwung
Von der Wahl des neuen Vorsitzenden erhofft sich die Demokratische Partei eine Überwindung ihrer seit Monaten andauernden Krise. Auslöser war die Niederlage bei der Parlamentswahl im April 2008, aus der Silvio Berlusconi als Sieger hervorging. Es folgten weitere Niederlagen bei Regionalwahlen, die im Februar zum Rücktritt von Walter Veltroni als PD-Chef führten.

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