Der Fall des frechen Sozialbetrügers – in Wirklichkeit offenbar ein Drogenmillionär – liegt unter der Aktenzahl 6 St 148/09 p im Wiener Landesgericht auf. Und die Ermittlungsergebnisse des Landeskriminalamtes lesen sich wie ein Krimi. Der 59-Jährige soll mit Hilfe eines bekannten Drogenlieferanten (52) – der Verdächtige saß schon zehn Jahre seines Lebens hinter Gittern – einen raffiniert getarnten Suchtgiftring aufgezogen haben.
Dartclub und Büros als Umschlagplätze
Denn gedealt wurde nicht etwa an dunklen Straßenecken, sondern dreist in einem Dartclub, einem Immobilienbüro oder einem Buchverleih. Geschäftsführer war überall der Hauptverdächtige, die Süchtige waren die Gäste. Wurde dem 59-Jährigen der Boden zu heiß, gründete er das nächste Geschäft.
Drei Jahre lang lief der schwunghafte Handel, bis nun endlich die Handschellen klickten – und das riesige Drogenversteck aufflog: In einer unmöblierten 18-Quadratmeter kleinen "Bunkerwohnung“ in Neubau, wurden mehr als 40 Kilo Kokain und Haschisch im Millionenwert – eingeschmuggelt vermutlich aus Spanien – sichergestellt.
Vermögen komplett auf Tochter überschrieben
Das angehäufte Vermögen des Notstandshilfe-Empfängers einzufrieren, dürfte indes schwierig werden. Denn der vermeintliche Sozialfall hat Haus, Auto und Eigentumswohnung auf die Tochter überschrieben. "Der Verdächtige war so gescheit, dass ihm nichts gehört", lautet der nüchterne Kommentar dazu im Ermittlungsakt.
von Christoph Budin, Kronen Zeitung










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