So, 24. Juni 2018

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19.03.2018 22:57

Das Drohnen-Einmaleins: Kurs für die Piloten

Die Anzahl der Drohnen wächst. Rund 100.000 Stück soll es österreichweit geben – sie werden sowohl privat als auch gewerblich genutzt. Gerade viele Private unterschätzen die Handhabung und wissen über die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht richtig Bescheid. Der ÖAMTC startet deshalb jetzt spezielle Trainings.

Es ist eine Situation in die kein Rettungshubschraubers-Pilot kommen will. Eine Drohne, die den Weg des Helis kreuzt und mit der es zur Kollision kommt. Bisher gab es in Österreich „nur“ Beinahe-Unfälle, fünf bis sechs Begegnungen pro Jahr sind es.

Zu einem gefährlichen Vorfall kam es im Sommer 2017 auch in Salzburg. Der C6 war beim Landeanflug auf den Stützpunkt beim Airport, als das Fluggerät neben dem Heli auftauchte. Rund 150 Meter schwebte es über dem Grund, hatte einen Durchmesser von gut eineinhalb Metern. „Wenn man bedenkt, dass ein Vogel von 150 Gramm Gewicht ein Loch von der Größe eines Fußballs in die Scheibe reißen kann, kann man sich vorstellen, was bei einem Zusammenstoß mit einer Drohne passiert“, machte der Pilot aufmerksam.

Das Problem: Viele Nutzer wissen gar nicht, dass Drohnen über 250 Gramm von der Austro Control genehmigt werden muss. Das zeigen allein diese Zahlen: Man geht davon aus, dass es in Österreich mittlerweile 100.000 Drohnen gibt, allerdings sind nur 3500 Stück mit einem Bescheid versehen. Außerdem braucht es für die Geräte eine Versicherung. Es gibt weitere Beschränkungen, die sich nach Gewicht und Einsatzgebiet richten. Außerdem ist die Nutzung an gewissen Orten verboten.

Deshalb will der ÖAMTC jetzt den Piloten quasi das Einmaleins der Drohnenkunde vermitteln. Ein erster Kurs findet am 4. Mai im Fahrtechnikzentrum Saalfelden statt. „Es geht etwa um die rechtlichen Rahmenbedingungen“, so Franz Schönbauer, Geschäftsleiter der ÖAMTC Fahrtechnik.

„Wir wollen die Leute sensibilisieren. Sie müssen wissen, dass sie sich im öffentlichen Luftraum befinden, wo es Paragleiter, Modellflieger oder auch den Rettungsheli gibt“, erklärt er und meint: „Es geht aber auch um den Datenschutz und Persönlichkeitsrechte. Ich darf eine Drohne nicht dazu benutzen, den Nachbarn auszuspionieren. Und: Nicht jeder findet Drohnen gut, es können sich Personen auch gestört fühlen.“

Auch das Handling selbst wird natürlich geübt. „Das sichere starten und landen wird genauso trainiert, wie das fliegen eines Parcours. Es gibt für die Teilnehmer auch die Möglichkeit Drohnen verschiedener Klassen auszuprobieren“, erklärt Schönbauer. Die Trainer nehmen sich auch Zeit individuell auf die Piloten und ihre eigenen Geräte einzugehen.

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