Mo, 20. August 2018

Liste mit 306 Gebäuden

17.03.2018 10:30

Kehrtwende: Das Erhaltungsgebot bleibt!

Keine Mehrheit findet die Padutsch-Idee, bei 306 Bauten in der Stadt das Erhaltungsgebot zu streichen. Ein privates Planungsbüro hatte mehr oder weniger willkürlich eine geheime Liste erstellt, selbst Hausbesitzer wussten oft nichts von dieser Absicht. Jetzt bleibt alles beim Alten. Padutsch zog den Plan zurück.

Schon die Kriterien, mit denen das private Salzburger Raumplanungsbüro Terra Cognita von Haus zu Haus zog, um die Liste zu erstellen, stieß auf harte Kritik. „Es wurde dabei nämlich nicht auf historische Bausubstanzen geachtet, sondern auf unpassende Baufluchtlinien und auch das Alleinstellungsmerkmal war ausschlaggebend“, so Gemeinderat Christoph Ferch. Wenn ein Gebäude etwa ohne Ebenbild in der näheren Umgebung ist, könnte abgerissen werden. Besteht ein Ensemble, also ähnliche Häuser im Verbund, muss es bestehen bleiben.

„Wie kurios diese Denkweise ist, erklärt man am besten am Beispiel der Festung“, so Christoph Ferch: „Folgt man der Logik der privaten Planer, können wir sie abreißen, weil es sie ja nur einmal gibt.“

„Es stimmt, dass die Methode, nach der die Überprüfung stattfand, von mehreren Institutionen und Fraktionen in Frage gestellt wurde“, räumt Stadtrat Padutsch ein. Die Stadt hatte zudem, begründet mit dem Datenschutz, ihren Gemeinderäten einen Maulkorb verpasst und ihnen verboten, die geheime Liste mit den 306 Gebäuden publik zu machen. Daran hagelte es heftige Kritik: „Was Grundlage für eine Verordnung ist, kann niemals Geheimsache sein“, so Gemeinderat Ferch: „Die ganze Vorgehensweise der Stadt hatte etwas Handstreich-artiges an sich.“

Die Stadt wollte einen Fonds einrichten, mit dessen Hilfe die wirtschaftliche Unzumutbarkeit bei der Erhaltung von Gebäuden ausgeglichen wird, um so erhaltenswerte Gebäude zu retten. Der Padutsch-Plan fand aber, außer bei der SP, keine Unterstützer: „Es erscheint mir daher geboten, den Amtsbericht als Ganzes zu überdenken“, so Padutsch.

So scheinen viele Baujuwelen in der Stadt vorerst gerettet, etwa das Haus der Galeristen-Familie Mauroner am Ignaz-Rieder-Kai. Es ist, laut einer Auflistung von Architektur-Papst Friedrich Achleitner, das einzige Salzburger Gebäude  im Bauhaus-Stil. Für Terra Cognita aber „nicht erhaltenswert.“

Wolfgang Weber

 krone.at
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