Unis fehlt Geld

Massen deutscher Studenten nicht mehr finanzierbar

Tirol
13.10.2009 15:54
Die Rektoren der Universitäten – unter ihnen auch Karlheinz Töchterle, der Rektor der Universität Innsbruck – fordern Ausgleichszahlungen von Deutschland, um den Massenansturm deutscher Studierender auf unsere Unis bewältigen zu können. Diese nutzen die Möglichkeit des freien Universitätszugang durch die Europäische Union, um dem Numerus Clausus in der Heimat zu entfliehen.

Konkret heißt das: Abiturienten, deren Schulzeugnis zu schlecht ist, um zu Hause einen Studienplatz zu bekommen, weichen auf Universitäten wie jene in Innsbruck aus.

An der Medizinischen Universität in Innsbruck ist bereits jeder fünfte Student ein Deutscher. Diese Hochschule hat damit den zweitgrößten Anteil an ausländischen Studierenden in ganz Österreich. Lediglich die Veterinärmedizinische Universität hat mit 20,6 Prozent aller Studenten einen leicht höheren Anteil an Deutschen. Auch an der Leopold Franzens Universität in Innsbruck werden die 3.000 Studenten aus dem Nachbarland zum strukturellen und finanziellen Problem.

Vorbild Nordeuropa
"Kann man dem österreichischen Steuerzahler zumuten, dass er universitäre Infrastruktur zur Verfügung stellt für weite Teile Mitteleuropas, die jetzt unser Land überfluten, weil wir gratis Studienplätze zur Verfügung stellen?", fragte Rektor Karlheinz Töchterle. Er ist für ein Abkommen zwischen den Staaten nach nordeuropäischem Vorbild. Dänemark, Finnland, Norwegen, Island und Schweden gleichen untereinander die für das Gastland entstehenden Mehrkosten auf Basis eines Abkommens aus dem Jahr 1996 aus. Diese werden im Rahmen der Beiträge zum Budget des Nordischen Rates abgegolten.

So kann Geld in die Kassen des universitären Systems hereinkommen und die Hochschulen können sich mit ausreichend finanziellen Mitteln auf die Mehrzahl an Studierenden strukturell und personell vorbereiten.

Hahn will’s mit Studiengebühren lösen
Wissenschaftsminister Hahn ist jedoch dagegen. Er denkt allerdings auch in eine andere – eine europäische – Richtung. Er verweist darauf, dass es ein deutschsprachiges Problem ist und kein europäisches. Ein bilaterales Abkommen zwischen Österreich und Deutschland will er offenbar nicht. Außerdem befürwortet er sowieso die Wiedereinführung der Studiengebühren und quantitative Zugangsbeschränkungen als Lösung des Problems.

Rückendeckung erhält er bei der Forderung nach neuerlichen Studiengebühren von ÖVP-Chef und Vizekanzler Joseph Pröll. Der Bundeskanzler, Werner Faymann, lehnt die finanzielle Mehrbelastung der Studierenden jedoch ab.

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