Fr, 21. September 2018

Gesundheitsrisiko 5G

06.03.2018 11:36

Was hinter dem Super-Netz steckt

Keine Frage: Schnelles Internet ist zu einem Punkt geworden, an dem sich die Lebenszufriedenheit vieler Menschen zuverlässig messen lässt. Mit 4G und LTE haben Mobilfunkanbieter bereits Netze entwickelt, die das Surfen unterwegs zum High-Speed-Vergnügen machen. Genug scheint das jedoch noch nicht, denn mit 5G soll bereits 2020 ein neues Netzwerk entstehen, das alles bisher Dagewesene in seinen Schatten stellt. Forscher jedoch warnen vor der zusätzlichen Belastung.

Deutlich mehr Elektrosmog durch 5G
Es gibt einige Dinge, von denen schon Kinder wissen, dass sie wenig förderlich für die menschliche Gesundheit sind.
Rauchen zum Beispiel. Oder auch zu viel Süßes und zu wenig Sport. Dass jedoch auch Elektrosmog gewisse gesundheitliche Risiken bergen könnte, ist jedoch eher selten zu hören. Das liegt vor allem daran, dass die tatsächlichen Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung in Bezug auf den menschlichen Organismus noch recht wenig erforscht sind. Wie wien-konkret.at berichtet, können sich aber durchaus unangenehme Folgen wie unter anderem

  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • EEG-Veränderungen
  • Veränderungen im Blutbild
  • Kopfschmerzen
  • oder auch Herzrhythmusstörungen

zeigen, deren Ursache möglicherweise Elektrosmog ist. 

Der Rausch der Geschwindigkeit und das stetige Verlangen nach Mehr lassen die Zweifel an der Unbedenklichkeit von Elektrosmog jedoch vielerorts verstummen. Insbesondere beim geplanten 5G Netz jedoch könnte das nicht ohne Folgen bleiben. So geben Experten an, dass durch 5G nicht nur die Übertragungsgeschwindigkeit in die Höhe schnellen wird, sondern auch die Anzahl notwendiger Funktürme. Die Rede ist hier von Zahlen, die einer Verzehnfachung des aktuellen Standes entsprächen. Die neuen Funkstationen würden laut kompetenzinitiative.net in Städten teilweise so dicht aufeinander folgen, dass ein Abstand von zehn bis zwölf Häusern zum Normalfall werden könnte.

Im gleichen Atemzug fordert die Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie  e. V. die EU dazu auf, das aktuelle Geschehen rund um 5G zu stoppen und zunächst dafür zu sorgen, dass unabhängige Experten die tatsächliche Unschädlichkeit von Strahlung belegen. Ob diese Unschädlichkeit überhaupt bewiesen werden kann, bleibt jedoch unklar. Viel klarer dürfte sein, dass sich die Erhöhung von Übertragungsgeschwindigkeiten und die Vermehrung von Funkmasten auch beim Wechsel hin zu 5G auch ohne den Segen kritischer Wissenschaftler vollziehen wird.

Elektrosmog auch jetzt schon ein Problem
Wer nun jedoch glaubt, Elektrosmog sei ausschließlich dann kritisch zu betrachten, wenn 5G eingeführt wird, liegt falsch. Bereits jetzt wird das alltägliche Leben von zahllosen elektrischen Helfern und Gerätschaften beeinflusst, die ständig miteinander kommunizieren. Das Smartphone auf dem Nachttisch beispielsweise strahlt auch dann, wenn es gerade gar nicht benutzt wird. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass die Verbindung zwischen Funkmast und Smartphone immer wieder neu geprüft und sichergestellt werden muss.

Hinzu gesellen sich weitere, unsichtbare Quellen für Elektrosmog. Smart Home, W-Lan, Sprachassistenten und vernetzte Fernseher: Jedes Gerät, das sich innerhalb einer Wohnung als Teil eines Netzwerks versteht, ist ebenso beteiligt an der Entstehung von Elektrosmog. Daher sind auch Experten für Wohngesundheit immer wieder damit beschäftigt, neue Ansätze zur Lösung dieses Problems zu finden. Im Ratgeber „Wohngesundheit“ von benz24.at wird das Thema Elektrosmog ebenfalls behandelt.

Wer sich im eigenen Wohnumfeld vor Elektrosmog schützen will, kann einiges dafür tun. Die Wahl bestimmter Steckdosen kann hier genauso sinnvoll sein wie der Verzicht auf bestimmte Elektrogeräte. Auch das Smartphone nicht mehr länger auf dem Nachttisch liegen zu lassen, kann die Belastung bereits deutlich senken, denn Handystrahlung kann sich stark negativ auf die Gesundheit auswirken.

5G trotzdem Grund zur Freude?
Ein fader Beigeschmack, wenn es um die Einführung von 5G geht, bleibt. Immerhin ist Elektrosmog heute zwar nicht gänzlich vermeidbar, kann sich mit den richtigen Maßnahmen jedoch begrenzen lassen. In dem Moment, in dem sich die Anzahl der Funkmasten jedoch so drastisch erhöht, kann der Verbraucher selbst nicht mehr viel tun, um sich zu schützen. Experten bezeichnen das dann als „Zwangsexposition“, da sich niemand dagegen wehren kann.

Mobilfunkbetreiber sind dennoch weiterhin euphorisch und versprechen Großes. So hat Huawei auf den Mobile World Congress vor wenigen Tagen „Balong 5G01“, einen eigens für die 5G-Technologe entwickelten Chip angekündigt. Das berichtet futurezone.at und vermutet, dass der Chip schon in der nahen Zukunft auch in Geräten des Herstellers zum Einsatz kommen wird.

Wie schnell 5G einmal sein könnte, ist indes nur mit viel Fantasie vorstellbar. Bereits mit LTE lassen sich Youtube-Videos oder Grafiken binnen kürzester Zeit laden. 5G jedoch wird das mobile Netz aller Vermutung nach noch einmal deutlich beschleunigen. Wer sich zu ersten Vermutungen hinreißen lässt, gibt Geschwindigkeiten an, die schnelles DSL um mehr als das 600-fache übertreffen. Mit 5G also steht Mobilfunknutzern und -betreibern eine wahre Revolution bevor.

Dennoch ist weiterhin fraglich, ob der Rausch der Geschwindigkeit das notwendige Maß nicht überschritten hat. So sind Verbraucher auch mit LTE (oder sogar 3G) glücklich und würden im ganz normalen Alltag mit Smartphone kaum von den astronomischen Fähigkeiten der neuen Technologie profitieren. Ob sie ihre Gesundheit für noch schnellere Übertragung riskieren möchten? Vermutlich nicht. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich 5G entwickeln wird und was Experten auch in der Zukunft zum Thema Elektrosmog zu sagen haben.

 krone.at
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