"Rauchen verkürzt die Lebenserwartung um 12 bis 15 Jahre. Zigaretten sind das einzig legal erhältliche Produkt, das bei richtiger Anwendung 50 Prozent der Konsumenten tötet – davon wiederum 50 Prozent zwischen 35 bis 69 Jahre, also im besten Alte": Das sagt Michael Said, Chef der Inneren Medizin im Militärspital Innsbruck – und startete ein spektakuläres Pilotprojekt beim Kaderpersonal.
Drei Jahre dauerten die Vorbereitungsarbeiten, bis Said im Juni 2008 die erste stationäre Raucherentwöhnung starten konnte. "Unter jenen, die sich freiwillig zum Entzug meldeten, waren starke Raucher, die bis zu 80 Zigaretten am Tag konsumierten", berichtet Said: "Nach dem einwöchigen Programm hatten alle zu rauchen aufgehört, nach einem Jahr waren immer noch 70 Prozent der Teilnehmer Nichtraucher."
Zum Vergleich: Laut internationalen Studien liegt die Erfolgsquote nach einem Jahr bei rund 30 Prozent. Wo liegt nun das Erfolgsgeheimnis von Dr. Said? "Ich will motivieren und aufzeigen, was für den Patienten besser wird. Angst zu erzeugen ist in meinem Entwöhnungsprogramm nicht vorgesehen."
Die Kurse beginnen mit einer gründlichen Voruntersuchung, der ein fünftägiger stationärer Aufenthalt folgt. Said: "Ich arbeite nach der so genannten Endpunktmethode. Bereits am ersten Tag ist Schluss mit Zigaretten."
Vier Schwerpunkte kennzeichnen das Programm:
"Jedes Jahr sterben in Österreich 14.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, das sind 38 pro Tag – genau so viele hat die Lawinenkatastrophe in Galtür und Valzur gefordert. Da ging ein Aufschrei durchs Land", sagt der überzeugte Nichtraucher Michael Said, der heuer noch zwei Kurse für das Kaderpersonal startet.
Der einzige Wermutstropfen der Erfolgsgeschichte: Aus rechtlichen Gründen ist Zivilisten die Teilnahme an den Kursen im Militärspital nicht gestattet.
Fakten zum blauen Dunst
Dr. Michael Said hat einige interessante Zahlen recherchiert, die eigentlich zu denken geben müssten:
von Günther Krauthackl, Tiroler Krone










Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.