Do, 18. Oktober 2018

Behörde im Tiefschlaf?

03.03.2018 14:52

Zwei Jahre auf Urteil gewartet

„Die Mühlen der Justiz mahlen langsam“, sagt der Volksmund. Offenbar zu Recht: Seinen Augen traute jüngst ein Autobesitzer aus dem Bezirk St. Pölten nicht, als ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichts Wien in seinem Briefkasten lag: Abgewiesen wurde sein Einspruch gegen eine Parkstrafe – den er vor zwei Jahren eingelegt hatte!

Der Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“ scheint in manchen heimischen Amtsstuben ein Bestseller zu sein. Dieser Verdacht drängt sich zumindest auf, wenn man die Causa von Magister B. betrachtet. Dem niederösterreichischen Akademiker war im Herbst 2015 das Auto in Wien abgeschleppt worden. Gegen den Bescheid für den „Kostenersatz für die Entfernung des Fahrzeuges“ erhob er Einspruch, der im Februar 2016 abgewiesen wurde. Daraufhin berief B. auch gegen dieses Urteil.

Offenbar hatte der Autobesitzer den Fall mittlerweile schon längst aus seinem Gedächtnis gestrichen – und war daher umso erstaunter, als er kürzlich ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichts Wien zugestellt bekam. Der Inhalt: Seine Beschwerde werde abgewiesen.

„Dass Behörden nicht gerade auf Zack sind, ist mir aus eigener Erfahrung bekannt. Aber eine Bearbeitungsdauer von zwei Jahren in einem Verwaltungsstrafverfahren wegen Falschparken überrascht selbst mich“, sagt der Betroffene. Für ihn steht fest: „Würde man in der Privatwirtschaft so arbeiten, könnte eine Firma wohl rasch zusperren!“

Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Niederösterreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.