„Unsere Katharina hat bittere Tränen vergossen“, erzählt ihr Vater Werner Zung aus Tragwein geschockt. Er hatte seiner Tochter das Pony „Mini“ erst vor drei Wochen geschenkt, quasi als Therapiepferd: „Wir glauben, dass sie dadurch ihr Selbstbewusstsein aufbauen kann. Denn sie hat eine Augenkrankheit und Kinderrheuma, also einiges zu verkraften für ihr zartes Alter.“
Doch die Freude währte nicht lange. Ein Tierhasser hat am helllichten Tag scheinbar grundlos dem Pferd mit einem Messer eine 20 Zentimeter lange Wunde zugefügt, durch die es laut Tierarzt fast verblutet wäre. Die Rettung für das Pony waren ein paar Kinder, die nach der Schule die 17 Tiere auf ihrer Koppel besuchten und „Minis“ Schnitt am Hals sahen.
Sie liefen sofort zu Koppel-Besitzerin Elfriede Ortner und schlugen Alarm, wenig später war der Tierarzt zur Stelle, der die Wunde nähte. Die Polizei sucht nun Täter und Motiv. Ein Anhaltspunkt: Die Hofbesitzer wurden einmal wegen nicht ordnungsgemäßer Tierhaltung angezeigt. Katharina ist jedenfalls glücklich, dass ihr Liebling überlebt hat.
"Tierquäler sind tickende Zeitbomben"
Norbert Minkendorfer, Leiter der Justizanstalt Garsten und Psychologe, warnt vor Tierquälern. Unbehandelt werden sie später oft zu sexuell aggressiven Verbrechern.
„Krone“:Die Tat an Pony „Mini“ war richtig grausam.
Minkendorfer: Ein normaler Mensch könnte so etwas nicht tun. Auch wenn jemand dem Besitzer eins auswischen wollte – so einer zerstört vielleicht Sachen, niemals aber bringt er es fertig, ein Tier so zuzurichten.
„Krone“: Was für eine Störung hat so ein Mensch?
Minkendorfer: Das sind oft tickende Zeitbomben. Meist sind sie noch jung, mit einer völlig gestörten Sexualität. Sie leben abnorme Fantasien an den Tieren aus, eine Ersatzhandlung. Und sie sind sich gar nicht darüber im Klaren, warum sie ein Tier verletzen.
„Krone“: Eine Behandlung ist jedenfalls nötig.
Minkendorfer: Auf jeden Fall! Wenn man ihrer habhaft wird, brauchen sie sofort eine psychologische Therapie, sonst werden sie später zu Sexualverbrechern.
von Jasmin Gaderer, „OÖ-Krone“










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