Handys an Schulen

Ärztekammer will französischem Beispiel folgen

Österreich
08.10.2009 17:35
Studien über die Gefahren von Handystrahlen gibt es viele, immer wieder warnen Experten vor Gesundheitsgefahren. Jetzt will Frankreich handeln: In Schulen sollen die Mobiltelefone verboten werden (siehe Infobox). Eine Forderung, der sich die Wiener Ärztekammer anschließt. Auch hierzulande sollen Handys aus den Klassen verbannt werden.

Der französische Senat hat das Umweltschutzgesetz der Grande Nation um einen ungewöhnlichen Passus erweitert: Demnach soll in Kindergärten, in der Grundschule sowie der Mittelstufe Funkstille herrschen. Begründung für das Handyverbot: Wachsende Sorge um mögliche negative Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung auf die Gesundheit. Nun muss das Gesetz nur noch von der Nationalversammlung abgesegnet werden.

Schon jetzt hat die Wiener Ärztekammer den Vorschlag aufgegriffen und fordert auch in den heimischen Schulen ein Handyverbot. „Seit langem verdichten sich die Hinweise auf mögliche gesundheitliche Gefährdungen durch Nutzung von Mobiltelefonen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen“, so Ärztekammer-Präsident Walter Dorner. Die Politik müsse ihre Verantwortung hinsichtlich des Vorsorgegedankens erfüllen.

Studie: Risiko für Gehirn- und Mundtumore
Doch wie groß ist die Strahlengefahr tatsächlich? Erst vor kurzem warnte eine amerikanische Studie: „Jüngste Untersuchungen deuten auf ein erhöhtes Risiko für Gehirn- und Mundtumore durch den Gebrauch der Mobiltelefone nach mehr als zehn Jahren hin.“ Hersteller und Netzbetreiber betonen jedoch stets: Alle Studien haben gezeigt, dass es keine Gesundheitsgefahr gibt.

Dorner jedenfalls ist überzeugt, dass andere Staaten bald dem Frankreich-Vorbild folgen werden, und er will Österreich dabei nicht als Schlusslicht sehen.

von Doris Vettermann, Kronen Zeitung

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