Er könne nicht sagen, "ob er sie unmittelbar vor der Schussabgabe eingesteckt hat oder nicht", so Schober. Dasselbe gelte für den mittlerweile 17-jährigen Komplizen.
Polizei sieht "keinen Handlungsbedarf"
Obwohl die Gutachten den Polizisten, der den tödlichen Schuss abgegeben hat, schwer belasten, sieht das Landespolizeikommando Niederösterreich "derzeit keinen Handlungsbedarf". Wie Oberstleutnant Roland Scherscher am Donnerstag bekanntgab, versehen der Beamte und seine Kollegin bis auf weiteres ihren Dienst.
Vor allem das Gutachten des Schieß-Sachverständigen Ingo Wieser belastet den Polizisten massiv. Dieser hatte angegeben, aus einer Entfernung von vier bis fünf Metern kniend auf die Füße des 14-Jährigen gezielt zu haben. Laut Gutachte dürfte der Mann aber im Stehen aus einer Entfernung von 1,8 bis 2 Metern geschossen haben. Die Darstellung des Beamten zu seiner Schussabgabe stehe "in Widerspruch zu objektiv festgestellten Spuren", heißt es in Wiesers Gutachten. Das Projektil traf den Jugendlichen unterhalb des linken Schulterblattes in den Rücken.
Notwehrsituation fragwürdig
Insgesamt drückten die Beamten dreimal ab. Die Polizistin gab zunächst einen Warnschuss ab, dann feuerte ihr Kollege auf den 14-Jährigen, während sie noch einmal auf dessen mittlerweile 17-jährigen mutmaßlichen Komplizen schoss. Die von den Beamten beschriebene Notwehrversion erscheint insofern fragwürdig, als der Ballistiker auch feststellte, dass zum Zeitpunkt der Schussabgabe zwischen dem 17-Jährigen und der Polizistin bereits eine Entfernung von sieben Metern bestand. Der Jugendliche dürfte somit bereits im Begriff gewesen sein, den Raum zu verlassen.









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