07.10.2009 16:12 |

Til als Macho

"Männerherzen" schlagen einfach anders

Männer haben es nicht leicht. Für die Frau von heute sollen sie am besten alles gleichzeitig sein: Macho und Softie, Karriereheld und Hausmann, trickreicher Verführer und treuer Kumpel. Zwei eher einseitig ausgerichtete Prototypen präsentieren Til Schweiger und Christian Ulmen im Film "Männerherzen", einer selbstironischen Komödie von Simon Verhoeven.
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Erzählt wird von einer Reihe junger Männer, die in Berlin mehr oder weniger verzweifelt nach der Liebe und dem Sinn des Lebens suchen. Schweiger ist als Musikproduzent und Frauentyp Jerome zu sehen, der erst langsam begreift, dass es im Leben um mehr geht als um guten Sex. Ulmen spielt den einsamen Günther, der schon bei der Frage an der Supermarktkasse, ob er denn Treueherzen sammle, verliebte Gefühle bekommt.

Im wirklichen Leben ist das natürlich ganz anders: "Beim Flirten sollte man immer so sein wie man selber ist und sich nicht verstellen", rät Schweiger den Männern. Ansonsten sollten Männer und Frauen am besten erst gar nicht versuchen, sich gegenseitig zu verstehen, meint der Schauspieler schmunzelnd.

Zu dem glänzend aufspielenden Schauspielerensemble gehören auch Wotan Wilke Möhring als schwer von der Liebe enttäuschter, latent aggressiver U-Bahnfahrer, Justus von Dohnányi als herrlich schräger Schlagersänger, Maxim Mehmet als unschlüssiger Kindsvater und Florian David Fitz als ratloser Werbefuzzi kurz vor dem Erwerb des ersten eigenen Reihenhauses. Alle haben gemeinsam, dass sie sich irgendwie im Leben nicht entscheiden können, obwohl sie der Pubertät längst entwachsen sind. In den weiblichen Hauptrollen sind als durchweg zupackende Frauen Nadja Uhl, Jana Pallaske und Liane Forestieri zu sehen.

Senta-Berger-Sohn mit feinem Gespür
Simon Verhoeven, Sohn von Schauspielerin Senta Berger und Regisseur Michael Verhoeven ("Das schreckliche Mädchen"), hat ein ausgesprochenes Händchen für Komödien. Nach seinem in der Münchner Szene spielenden Kinodebüt "100 Pro" folgt er mit "Männerherzen" der Spur des Mannes des 21. Jahrhunderts.

Und wie ist er nun, der moderne Mann? "Es gibt ihn nicht, den 'Mann unserer Zeit'", sagt Verhoeven im Interview. "Heutzutage ist das ja in Ordnung, wenn man noch mit 40 Jahren um die Welt segelt und keine Familie hat. Da wird man gesellschaftlich nicht geächtet, man wird nicht mal als schräg angesehen", so der 37-jährige Regisseur über seine teils recht orientierungslosen und nie richtig erwachsen werdenden Altersgenossen.

"Der Individualismus ist so vorangeschritten, dass man heutzutage tatsächlich sein ganzes Leben damit verbringen kann, sich selbst zu suchen. Das ist aber auch ein Fluch! Man muss ja auch mal Entscheidungen treffen."

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Eva Schweighofer zum Film: Mit Lösungen im ewigen Geschlechterkampf hält sich Regisseur Verhoeven in diesem Episodenfilm bewusst zurück. Vielmehr zeigt er auf amüsante Weise, dass - bärenstarke - Männer auch nur Menschen sind. Dank einer gut gelaunten Besetzung gelingt dies, ohne lächerlich zu wirken.

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