Bis vor wenigen Tagen war Nagl noch strikt gegen einen Alleingang der Stadt Graz bei der Einführung von Umweltzonen – jetzt kam der plötzliche Sinneswandel: "Auch ein Alleingang ist für mich vorstellbar. Ich verlange aber soziale Abfederungen für betroffene Autofahrer."
Eine Reportage über die Sinnhaftigkeit von Umweltzonen findest du in der Infobox!
Nagl kritisiert die politische Feigheit der Verantwortlichen in der EU und im Bund: "Die EU kann ein Glühbirnen-Verbot aussprechen, aber bei den wichtigen Umweltzonen versagt sie. Die Verantwortung wird auch vom Bund auf Länder und Kommunen abgeschoben." Mit Nagls Sinneswandel hat Umweltlandesrat Wegscheider freie Bahn – der hat ja festgehalten, dass es nur mit Nagls Zustimmung Fahrverbote geben würde.
Tüpfelchen auf dem i
Wegscheider: "Umweltzonen sind das Tüpfelchen auf dem i im Kampf gegen Feinstaub. Pendler und Unternehmer müssen sich nicht fürchten, ich habe nicht vor, ganz Graz zur Umweltzone zu machen, sondern nur den innerstädtischen Bereich. Für von Fahrverboten Betroffene, die sozial benachteiligt sind, wird es Hilfe geben."
"Die Aussperraktion ist unsozial"
Die Grazer Umweltzone sorgt für einen Sturm der Entrüstung. FPÖ-Chef Gerhard Kurzmann ortet eine sinnlose Mehrbelastung für Autofahrer und wenig Nutzen. AK-Vize-Präsident Franz Gosch: "Die Aussperraktion ist unsozial." Und die Grazer Wirtschaftskammer behält sich eine Klage wegen Ungleichbehandlung vor.
von Gerald Richter, "Steirerkrone"
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