Di, 14. August 2018

Inuit: „Nie im Leben“

27.12.2017 20:49

Eisbär-Video: Zweifel an der Klimawandel-These

Ein im Internet kursierendes Video von einem abgemagerten Eisbären hat Anfang Dezember Menschen in aller Welt schockiert. Die Kommentare unter dem Video zeugten von Betroffenheit und Mitleid. Und wer ist Schuld am grausamen Tod des Tieres? Der Klimawandel! Das behauptete zumindest jener Mann, der die erschreckenden Aufnahmen gemacht hat - Fotojournalist und Biologe Paul Nicklen. Doch jetzt macht sich Widerspruch breit und es wird in dem Raum geworfen, dass Nicklen sogar gelogen haben könnte, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

„So sieht es aus, wenn man verhungert. Der Muskelschwund, keine Energie. Es ist ein langsamer und schmerzvoller Tod“, schreibt Nicklen. Schuld daran sei der Klimawandel. Er habe mit den Bildern lediglich das Elend und das Leiden der Kreatur an den Folgen menschlichen Versagens dokumentieren wollen - und so seinen Beitrag zur Gesellschaft geleistet.

"Das ist nicht der Klimawandel"
Millionen haben die Bilder gesehen. Unter anderen auch ein Inuit, der sich zu Wort meldete. Der Eisbärexperte Leo Ikakhik hat schon viele sterbene Bären gesehen. Doch dieser sei ganz bestimmt nicht an den Folgen der Erderwärmung gestorben: „Das ist nicht der Klimawandel. Sollte es sich um ein Einzeltier handeln, wird es eine Erkrankung sein oder eine Verletzung“, ist sich Ikakhik sicher. "Etwa durch einen Kampf. Danach wird der Bär nicht mehr schnell und stark genug für seine Beute gewesen sein. Oder Darmparasiten, mit derselben Konsequenz. Aber der Klimawandel? Nie im arktischen Leben, jedenfalls derzeit noch nicht."

Auch Jörns Fickel vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin hat eine ähnliche Meinung: "Wenn es sich um ein Einzeltier handelt, halte ich eine Erkrankung oder Verletzung für wahrscheinlicher.“

Entenfellner: "Das Problem ist real!"
"Krone"-Tierexpertin Maggie Entenfellner sieht das Thema differenziert: "Es mag sein, dass dieser Bär nicht wegen den bedenklichen Klimaveränderungen auf unserem Planeten in diesem schlechten Zustand ist. Dennoch darf man nicht die Augen vor den Folgen des Klimawandels verschließen, sie sind dramatisch und betreffen zahlreiche Tierarten."

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