Grüner Konter

“Nagl hat doch nur Angst!”

Steiermark
20.08.2009 20:16
Nach nur eineinhalb Jahren droht die schwarz-grüne Koalition in Graz zu platzen. Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) droht mit dem Ende der Zusammenarbeit, wenn sich die Grünen nicht am Riemen reißen würden (siehe Nachlese in der Infobox). Die grüne Chefin Lisa Rücker (Bild) kontert im "Steirerkrone"-Interview: "Nagl hat doch nur Angst!"

Der Bürgermeister droht Ihnen mit dem Ende der Koalition.
"Nagl hat Angst! Wegen der Landtagswahl 2010 und weil er in seiner eigenen Partei unter Druck gerät. Wir haben bei Wahlen bewiesen, dass unsere Politik gut ankommt. Wir machen spürbare Politik, in Graz tut sich etwas. Nur weil Nagl jetzt Druck ausübt, werden wir nicht zu allem Ja sagen. Wenn er zum alten Postenschacher-System zurückkehren will, dann muss er das nur sagen."

Was sagen Sie zum Vorwurf, Sie würden nur auf Ihre Wähler schielen, nicht für alle Grazer da sein?
"Ökologisch orientierte Politik ist für alle Grazer. Wir wollen keine Schnellschüsse, sondern Projekte, die auch in 15 Jahren noch ihre Wirkung entfalten. Nagl setzt auf den Wohlfühlfaktor und präsentiert ständig im Alleingang irgendwelche Ideen. Das ist nicht unser Stil. Wir schauen über die nächsten Wahlen hinaus."

Nagl lobt Sie, kritisiert aber die grünen Gemeinderäte, die alles zerreden und Ihnen keine Entscheidungsgewalt geben würden.
"Ich bin froh, dass bei uns diskutiert wird. Ich bin entscheidungsstark, aber, wie gesagt, nicht für Schnellschüsse zu haben."

Ist die Vertrauensbasis zu Siegfried Nagl dahin?
"Das Vertrauen ist schwer angeschlagen. Im Herbst stehen zahlreiche Entscheidungen an, etwa die immens wichtige Neuordnung des Hauses Graz. Dann werden wir sehen, ob die Zusammenarbeit noch funktioniert. Wir halten uns an das Koalitionsabkommen."

Was ist mit den versprochenen Großprojekten wie der Bim-Verlängerung, dem Nahverkehrsknoten Hauptbahnhof usw.?
"Ich arbeite an allen Projekten. Seit Siegfried Nagl für die Stadtplanung zuständig ist, verweigert er die Kommunikation. Der Nahverkehrsknoten Hauptbahnhof zum Beispiel wird im Herbst zum Beschluss vorgelegt, egal ob der Einkaufszentrums-Betreiber ECE etwas dazuzahlt oder nicht."

Interview: Gerald Richter, "Steirerkrone"

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