"Wie kommt der Schulkollege dazu, für das Geschenk zu zahlen?", wollte Richter Raimund Frei vom "Erpresser" wissen. "Er hatte immer Geld und hat alle eingeladen", meint der 14-Jährige. "Das ist doch etwas Nettes - und Sie nehmen ihn aus? Eigentlich ist das doppelt schlimm!", sagt der Richter.
Richter: "Entschuldigung wäre angebracht"
Bei der Frage, ob das erpresste Geld (200 Euro) zurückgegeben wurde, stellte sich heraus, dass 20 Euro fehlten. Die zahlte der 14-Jährige noch im Gerichtssaal. "Eine Entschuldigung wäre aber auch angebracht", meinte Frei. "Hab ich schon getan", sagte der Schüler. "Noch einmal schadet nicht," der Richter.
Staatsanwalt redete Komplizen ins Gewissen
Seinem Komplizen, der bei der Tat noch nicht strafmündig - also unter 14 war - redete Staatsanwalt Hansjörg Bacher gehörig ins Gewissen: "Wäre es einen Monat später passiert, dann säßen Sie jetzt auch auf der Anklagebank. Machen Sie wieder was, dann ist's so weit!"
Das Urteil: 120 Stunden Sozialarbeit, dazu kommen die 150 Euro Prozesskosten.
von Eva Molitschnig, "Steirerkrone"
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