Mo, 20. August 2018

Alles nur erfunden

30.10.2008 14:53

Bundesheer-Rekrut täuschte brutalen Überfall vor

Lieber mit der Freundin kuscheln als in der Kaserne auf einem Feldbett übernachten, das hat sich wohl ein 20-jähriger Rekrut in Graz gedacht. Denn wie sich herausstellte, hat der junge Mann den angeblichen brutalen Raubüberfall auf seine Person in der Nacht auf Sonntag frei erfunden, um sich ein Alibi für sein Zuspätkommen zu verschaffen. Der Bursche war in jener Nacht nicht rechtzeitig zurück in die Hackher-Kaserne nach Gratkorn gekehrt, sondern schlief bei seiner Freundin in Graz. Aus Angst vor einer Strafe täuschte er am nächsten Morgen den Raub mit der Eisenstange vor.

Der Kärntner Rekrut hatte angegeben, gegen 22.30 Uhr in der Landhausgasse in der Grazer Innenstadt von vier unbekannten Männern niedergeschlagen und ausgeraubt worden zu sein. Sogar die Schuhe hätten die Täter mitgehen lassen. Als er am Montag gegen 8.00 Uhr - also lange nach dem "Zapfenstreich" - in die Gratkorner Kaserne kam, klagte er wegen des angeblichen Überfalls über Kopfschmerzen. Er wurde erst in das Militärspital in die Belgierkaserne nach Graz gebracht, anschließend aber in das LKH zur ambulanten Behandlung eingeliefert.

Disziplinarstrafe folgt
Die angegebenen Verletzungen seien laut Polizei aber in Wahrheit alle älteren Datums. "Er hatte einfach Angst vor Strafen des Militärs", so ein Beamter. Der junge Mann wurde wegen Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung angezeigt und muss auch mit Disziplinarmaßnahmen seitens des Bundesheeres rechnen.

Bereits der 21. vorgetäuschte Überfall
In Graz haben in diesem Jahr schon häufig Personen fälschlich angegeben, überfallen worden zu sein. Laut einem Ermittler handelt es sich bei dem Rekruten um den heuer bereits 21. vorgetäuschten Fall. Zumeist wollen die "Opfer" damit Zuspätkommen oder gar nicht Heimkommen "erklären", oder sich mit der Anzeige ein neues Mobiltelefon erschwindeln.

Symbolbild

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