So, 19. August 2018

Mord im Kaffeehaus

25.10.2008 13:50

4. Wiener Kriminacht mit Kottan-Schwerpunkt

Mord und Totschlag bei Kaffee und Kuchen: Was üblicherweise als eher ungustiöse Kombination gilt, ist bei der vierten Auflage der Wiener Kriminacht Programm. Am Freitag geben sich Dutzende Schriftsteller ab 17 Uhr wieder ein Stelldichein, um in insgesamt 42 Kaffeehäusern aus ihren Büchern zu lesen. Neben heimischen Genregrößen wie Alfred Komarek oder Eva Rossmann wird die amerikanische Bestsellerautorin Karin Slaughter ihren neuen Thriller "Verstummt" präsentieren. Im Votivkino dreht sich alles um Helmut Zenkers Kommissar Kottan.

Der 1971 geborenen Kanadierin Slaughter gelang bereits mit ihrem ersten Roman "Belladonna" ein großer Erfolg. Mittlerweile liegt die Gesamtauflage ihrer in 24 Sprachen übersetzten Bücher bei rund 13 Millionen Stück. Ihren neuen Titel "Verstummt" (Originaltitel: "Triptych") stellt Slaughter gemeinsam mit der deutschen Schauspielerin Nina Petri im Leopoldstädter Lokal Palazzo vor.

Kottan-Schwerpunkt im Votivkino
Als weiteres Highlight stellte Christian Pöttler, Geschäftsführer des Veranstalters Echo Medienhaus, einen Kottan-Schwerpunkt in Aussicht. Demnach dreht sich im Votivkino alles um Helmut Zenkers literarische Witzfigur eines Kommissars, der sich mittels "Inspektor gibts kan!" jede Art inkorrekter Titulierungen verbat. Neben Auszügen aus dem Zenker-Roman "Schussgefahr", gelesen von Chris Lohner, wird der Wiener Generalmajor Karl Mahrer Kostproben aus den "offiziellen ORF-Beschwerdeprotokollen" rezitieren, die von der Aufregung rund um die ersten TV-Ausstrahlungen von "Kottan ermittelt" Ende der 1970er Jahre zeugen.

Überraschungsgast Lukas Resetarits
Im Anschluss gibt es Peter Patzaks Filmadaption von "Schussgefahr" zu sehen, die 1981 unter dem Titel "Den Tüchtigen gehört die Welt" in die Kinos kam. Lukas Resetarits, der hier den Gauner spielt und später selbst in der Rolle des Kottan landesweite Berühmtheit erlangte, hat sich als Überraschungsgast angekündigt.

"Durchschnittlich zwei Tote pro Autor"
Ansonsten hat freilich auch bei der vierten Kriminacht das geschriebene Wort Vorrang: Sabina Naber, Thomas Raab, Max Gruber oder Ernst Hinterberger sind nur einige der bekannten Autoren, die sich ab 17.00 Uhr den Wiener Krimifreunden stellen. Stefan Slupetzky, ebenfalls Aushängeschild der heimischen, humorig-schaurigen Verbrecherliteratur, schätzt die Mordrate auf "durchschnittlich zwei Tote pro Autor". "Allein bei mir werden vier bis fünf Leute draufgehen", versprach er. Slupetzky selbst wird im innerstädtischen Cafe Markusplatz auch Auszüge aus "Lemmings Zorn" lesen, das im Frühjahr 2009 als vierter "Lemming"-Roman erscheinen soll.

Schöner Schein und hässliche Abgründe
"Wien ist der perfekte Schauplatz für einen Krimi", ergänzte Kollegin Eva Rossmann, bekannt durch ihre "Mira Valensky"-Bücher. Nirgendwo gebe es soviel schönen Schein und so hässliche Abgründe dahinter als in dieser Stadt. Im Vorjahr zählte die Kriminacht laut Pöttler rund 15.000 Besucher. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist auch heuer wieder frei.

Alle Infos zur Kriminacht findest du in der Infobox!

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