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19.08.2017 - 09:23
Das ist eine der mehr als hundert Tafeln, die an das 200-Jahr-Jubiläum erinnern soll.
Foto: Markus Tschepp

2016- Taferln kosten 50.000 Euro für ein Jahr

12.02.2016, 15:56

Wenn Sie demnächst durch eine von Salzburgs Gemeinden fahren, dann beachten Sie doch freundlicherweise - sofern es die Verkehrslage zulässt - diese kleinen Schilder unter den Ortstafeln. Dort, wo früher beispielsweise ein Hinweisschild für eine Klimaschutzgemeinde war, hängen nämlich nun schon seit rund einem Monat diese durchaus schlicht gestalteten Schilder mit der fast kryptischen Aufschrift "Salzburg 2016 Gemeinde".

Dass Sie diese Schilder bitte wahrnehmen, hängt vor allem damit zusammen, dass es sich hier um eine Marketing- Kampagne des Landes handelt, die - sage und schreibe - 50.000 Euro gekostet hat. 50.000 Euro, um bei der Ein- und Ausfahrt der Gemeinden daran erinnert zu werden, dass heuer 200 Jahre Salzburg bei Österreich gefeiert wird.

"Kein Mensch weiß, was dieses 2016 bedeutet"

Eine äußerst kostspielige Gedächtnisstütze, findet der SP- Landtagsabgeordnete Roland Meisl. Angesichts der Summe kommt bei ihm keine Feierstimmung auf, wie er der "Krone" versichert. "Das ist eine sinnlose Investition von Steuergeld. Die 50.000 Euro hätte man auch intelligenter verwenden können. Oder sparen." Er geht davon aus, dass die meisten Salzburger die Taferln gar nicht wahrnehmen oder, selbst wenn sie sie bemerken, gar nicht einordnen können: "Kein Mensch weiß doch, was dieses 2016 bedeutet - Olympische Spiele und Weltmeisterschaft sind es jedenfalls nicht." In seinem Freundes- und Bekanntenkreis hat er sich bereits umgehört, ob die Schilder jemanden aufgefallen sind - Fehlanzeige. "Die Landesregierung predigt laufend, dass an allen Ecken und Enden gespart werden muss, aber Geld für diese sinnlosen Taferln ist offensichtlich vorhanden", wundert sich der Politiker.

Er sei selber einige Male daran vorbei gefahren, bis ihm das Taferl unter dem Ortsschild seiner Heimatgemeinde Kuchl überhaupt das erste Mal aufgefallen sei - vor allem deswegen, weil der sonst dort angebrachte Hinweis über die Klimaschutzgemeinde verschwunden ist. Das liegt daran, weil laut Verordnung nur eine zusätzliche Hinweistafel pro Ortsschild erlaubt ist - sonst verliert es seine Gültigkeit. Und bis zum Ende des Jahres ist diese Zusatztafel eben ausnahmslos der Hinweis zum Jubiläum. Immerhin müssen die Tafeln sich ja auch irgendwie rechnen und die Chancen stehen gut, dass in den verbleibenden 323 Tagen des Jahres auch wirklich jedem Salzburger zumindest einmal die Taferln auffallen - auch wenn sich der Sinn dahinter nicht jedem erschließen wird.

12.02.2016, 15:56
Anna Dobler, Kronen Zeitung/red
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