Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
29.04.2017 - 02:31
Foto: APA/Elmar Gubisch, Social Media / Video: krone.at

Terrorzelle von Mirsad O. endgültig zerschlagen

27.01.2017, 07:26

Insgesamt elf Männer und drei Frauen - fast alle stammen aus Ex- Jugoslawien - sind bei Anti- Terror- Razzien am Donnerstag in Wien und Graz festgenommen worden: Damit dürfte die vom zu 20 Jahren Haft verurteilten Hassprediger und IS- Rekrutierer Mirsad O. aufgebaute Terrorzelle endgültig zerschlagen worden sein. Bei einer Pressekonferenz am Abend ließ Justizsektionschef Christian Pilnacek dann mit einem brisanten Ermittlungsstand aufhorchen: Die Festgenommen planten möglicherweise einen Gottesstaat in Österreich.

Es werde nun nicht nur wegen Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung, sondern auch wegen Zugehörigkeit zu einer staatsfeindlichen Verbindung ermittelt, so Pilnacek in der Pressekonferenz mit Innenminister Wolfgang Sobotka.

Die Festnahmen erfolgten nicht, weil unmittelbar ein Terroranschlag vermutet wurde, betonte der Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler. Details über sichergestellte Gegenstände werden aus Ermittlungsgründen noch nicht verraten. Es war nur zu erfahren, dass zahlreiche elektronische Geräte und 140 Datenträger sichergestellt wurden. Unter den Festgenommenen sind auch zwei bis drei salafistische Prediger, sagte Kogler.

Foto: APA/Elmar Gubisch, Social Media

Sobotka spricht von "vollem Erfolg"

Sobotka lobte - ebenso wie Pilnacek - die "hervorragende" Zusammenarbeit zwischen Polizei und Justiz. Damit sei ein "voller Erfolg" in der Verhinderung von Straftaten gelungen. Für den Innenminister zeigte diese Aktion, dass ein "zeitgemäßer Rechtsrahmen" mit ausreichend Instrumenten für die Polizei nötig ist. Er sprach damit das "Sicherheitspaket" mit den bekannten ÖVP- Forderungen nach Fußfesseln für Gefährder, mehr Videoüberwachung oder einer Nachfolgeregelung für die Vorratsdatenspeicherung an - und verließ die Pressekonferenz noch vor Schluss für eine Verhandlungsrunde darüber im Zuge der laufenden Gespräche zum Update des Regierungsprogrammes .

Video: Die Pressekonferenz von Innenminister Sobotka

Video: APA

800 Beamte bei Zugriffen im Einsatz

Die Aktion, an der rund 800 Beamte, beteiligt waren, war von langer Hand geplant und gezielt auf das Umfeld von Mirsad O. ausgelegt.  Der Bosnier sitzt derzeit in der Justizanstalt Graz- Jakomini seine Haftstrafe ab.

Am Donnerstag in den frühen Morgenstunden stürmten aufgrund von mehreren aufrechten Haftbefehlen gegen Sympathisanten der IS- Terrorbande Spezialkräfte in Wien und Graz insgesamt zwölf Wohnungen sowie zwei Hinterhof- Moscheen.

Der Anti-Terror-Einsatz in Graz
Foto: APA/ERWIN SCHERIAU

"Unheimlich, dass das gleich neben uns passiert"

Zahlreiche Grazer rund um die Bezirke Lend und Eggenberg wurden aus dem Schlaf gerissen, einige berichten von einem lauten Knall (laut Zeugenaussagen wurde die Tür zu einer Moschee gesprengt), andere von etlichen Polizeiautos und schwer bewaffneten Polizisten im Dunkel der Nacht. "Gegen 5.30 Uhr sind viele Polizeiautos zu uns in die Siedlung gekommen. Ein Pärchen, sie war voll vermummt, er mit Vollbart, wurde abgeführt", erzählt Ernst T. aus Graz- Eggenberg, "unheimlich, dass das gleich neben uns passiert."

Anti-Terror-Einsatz in Graz
Foto: APA/ERWIN SCHERIAU

Verdächtige Substanzen bei 25- Jährigem gefunden

Szenenwechsel: Praktisch zeitgleich stürmten Anti- Terror- Einheiten vier Wohnungen in der Bundeshauptstadt, darunter ein betreutes Wohnheim für wohnungslose Menschen in Floridsdorf. Dort soll einer der Verdächtigen schon länger eine Bleibe gefunden haben. Bei dem Mann soll es sich um einen 25- Jährigen handeln, dessen Zimmer schon vor zwei Monaten durchsucht worden war. Der junge Mann soll streng religiös sein und regelmäßig eine überwachte Moschee besucht haben. Laut Bewohner habe der 25- Jährige sehr zurückgezogen gelebt.

Foto: krone.at

Bei der Durchsuchung seines Zimmers sollen verschiedene Flaschen mit flüssigen und pulverförmigen Substanzen sichergestellt worden sein. Eine davon soll sogar ein metallisches Pulver enthalten. Der Verdächtige soll behauptet haben, es handle sich hier um ein medizinisches Produkt. Das Innenministerium hält sich diesbezüglich aber bedeckt.

"Tür wurde eingeschlagen und Mann abgeführt"

Dafür berichtet ein Nachbar gegenüber der "Krone" über die Geschehnisse von vergangener Nacht: "Ich habe gehört, wie die Polizei gegen die Tür geschlagen hat. Nachdem niemand geöffnet hat, wurde die Tür eingeschlagen und der Mann abgeführt", so Wolfgang F.

Der Hauptverdächtige der gesamten Aktion wurde übrigens in einem Gemeindebau in Wien- Ottakring gefasst - wie auch sein großes Vorbild Abu Tejma alias Mirsad O. Der lebte mit seiner Frau und sechs Kindern bis zur Festnahme in Wien- Donaustadt. Von Sozialhilfe.

Mirsad O.
Foto: Social Media

Kronen Zeitung/krone.at

Redaktion
krone.at
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum