Do, 23. November 2017

Nach Prügelattacke

12.10.2017 13:20

Opfer: „Wartete 20 Minuten vergeblich auf Streife“

Ein 29-Jähriger ist am Wochenende in Graz von einem Unbekannten grundlos mit mehreren Faustschlägen attackiert worden. Die Freundin des Schwerverletzten alarmierte noch während des Angriffs die Polizei. Doch es sollten rund 20 Minuten vergehen, ehe das Paar einen Rückruf seitens der Exekutive erhielt - am Tatort erschien die Streife jedoch nie.

Der gebürtige Grazer war mit seiner Freundin am Samstag gegen 2.30 Uhr am Platz am Eisernen Tor unterwegs, als sie der Unbekannte aus heiterem Himmel ansprach. Die beiden versuchten den Mann - der im steirischen Dialekt sprach - zunächst zu ignorieren. Doch es kam anders: "Er rannte plötzlich auf mich zu und verpasste mir mindestens zehn Schläge gezielt auf die Schläfe", so der 29-jährige Grazer zu krone.at.




"Du hast ja noch immer nicht genug"
Als der Unbekannte dann endlich von seinem Opfer abließ und das Pärchen sich von dem Platz entfernen wollte, kam es erneut zu einem Angriff. "Du hast ja noch immer nicht genug", soll der Täter gerufen haben, bevor er dem Grazer erneut Schläge auf den Kopf verpasste.

Zeugen wollten nicht mitkommen
Die Freundin des Opfers alarmierte daraufhin die Polizei, der Täter suchte unterdessen das Weite. "Wir warteten insgesamt 16 Minuten auf die Beamten", so der Grazer, "dann kam plötzlich ein Rückruf, dass gerade keine Streife unterwegs sei." Die beiden sollen doch bitte zur nächsten Polizeistelle kommen, so der Ratschlag eines Beamten am Telefon. Zwar gab es Zeugen des brutalen Übergriffs auf den 29-Jährigen, diese konnte das Opfer jedoch nicht dazu bewegen, es zur Polizeistation zu begleiten, um dort eine Aussage zu tätigen. "Wären Polizisten zum Tatort gekommen, wäre dies bestimmt anders gewesen", ist sich der Grazer sicher.

So machte sich das Paar alleine auf den Weg zur Dienststelle: "Dort wurde mir dann fast schon ausgeredet eine Anzeige zu machen", so der 29-Jährige.

Gehirnerschütterung
Er wurde zuerst ins Krankenhaus geschickt, wo die Ärzte eine Gehirnerschütterung diagnostizierten. Außer sich zeigt sich der 29-Jährige in erster Linie über die lange Wartezeit auf die Beamten am Ort des Geschehens: "Es kann nicht sein, dass man rund 20 Minuten auf die Polizei wartet und diese dann einfach nicht kommt."

"Viele Einsätze"
Ein Sprecher der Polizeiinspektion Graz-Schmiedgasse beruft sich im Gespräch mit krone.at vor allem auf die vielen Notrufe, die die Beamten am Freitag und Samstag auf Trab halten. "Gerade am Wochenende gibt es viele Einsätze in Graz. Da zu diesem Zeitpunkt keine Streife frei war, haben wir den Mann gebeten zur nächstgelegenen Polizeistation zu gehen. Dies war nach unserer Sicht zumutbar, da sich die Inspektion nur 150 Meter entfernt vom Tatort befindet."

 krone.at
Redaktion
krone.at
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