Mi, 22. November 2017

Verrat oder Zufall?

04.10.2017 07:43

Ex-FBI-Agent will Fall Anne Frank endgültig lösen

Das traurige Schicksal von Anne Frank und ihrer Familie ist über das Tagebuch des jüdischen Mädchens weltweit bekannt geworden. Doch nach wie vor sind nicht alle Hintergründe restlos geklärt, die zu seiner Ergreifung durch die Nazis in Amsterdam geführt haben. Wer hat das Versteck der Franks verraten? Oder stieß der Sicherheitsdienst lediglich im Zuge einer Razzia auf die jüdische Familie? Der ehemalige FBI-Agent Vince Pankoke will diesen letzten "Cold Case" seiner Karriere nun klären.

Zu diesem Zweck hat er ein Team von 19 Experten - darunter Historiker und frühere Polizisten - zusammengestellt. Das Anne-Frank-Haus in Amsterdam hat den "Cold Case"-Ermittlern den Zugang zu seinem Archiv gestattet. "Ich will nur den letzten Fall meiner Karriere lösen", sagte der 59-jährige Pankoke, der auch jahrelang gegen Drogenkartelle in Kolumbien ermittelt hatte, am Montag gegenüber dem britischen "Guardian".

Pankoke: "Habe Dokumente, die es nicht geben sollte"
Es gebe noch viele Informationen, die von niemandem angeschaut worden seien. "Wir tun das, weil wir fühlen, dass der Fall aufgearbeitet werden muss", meinte der niederländische Filmemacher Thijs Bayens, der ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist. Pankoke stieß laut eigenen Angaben bereits vor geraumer Zeit auf Dokumente, "von denen mir gesagt wurde, dass es sie nicht gebe". Einige seien durch Feuer oder Feuchtigkeit beschädigt, aber alleine die Existenz der Beweismittel könnte dazu beitragen, weitere Verbindungen herzustellen und Erklärungslücken zu beseitigen.

Ergebnisse für 2019 erwartet
Für Pankoke geht es gar nicht darum, "jemandem die Schuld zuzuweisen". Allerdings wurde selbst die niederländische Polizei dafür kritisiert, in den Jahren 1948 bis 1963 zu einseitig ermittelt zu haben. Das Team rund um Pankoke, das auf die Hilfe von Xomnia, einem niederländischen Big-Data-Unternehmen, zurückgreift, will nun alle relevanten Informationen berücksichtigen. Ergebnisse sollen im Jahr 2019 präsentiert werden - zum 75. Jahrestag der Deportation von Anne Frank.

Die Familie Frank war 1934 aus Deutschland in die Niederlande geflohen. Die verzweifelten Versuche von Vater Otto Frank, Ausreise-Visa zu bekommen, schlugen fehl. So hielt sich die Familie in einem Hinterhaus in der Amsterdamer Prinsengracht von 1942 bis zu ihrer Ergreifung im August 1944 versteckt. Nach ihrer Verhaftung wurden die Familienmitglieder in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Anne Frank starb im Frühjahr 1945 in Bergen-Belsen an Typhus.

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