Do, 14. Dezember 2017

Italien reicht's

22.05.2017 10:11

Erstmals Geld für Asylzentren in Tschad und Niger

Dem von der Flüchtlingskatastrophe besonders betroffenen Italien wird es zu viel. Unser südliches Nachbarland wird die Errichtung von Flüchtlingszentren nach internationalen Standards in den beiden afrikanischen Staaten Tschad und Niger finanzieren. Ein entsprechendes Abkommen wurde am Sonntagabend in Rom unterzeichnet.

Der italienische Innenminister Marco Minniti unterzeichnete das Abkommen nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Libyen, Niger und Tschad. Neben der Finanzhilfe für Flüchtlingslager will Italien die drei afrikanischen Länder auch bei der Grenzsicherung und der Ausbildung von Grenzpolizisten unterstützen.

Niger und Tschad sind wichtige Transitländer für Tausende afrikanische Migranten auf ihrem Weg nach Libyen, von wo sie über das Mittelmeer versuchen, nach Europa zu gelangen. 90 Prozent der Migranten, die in Europa eintreffen, stechen von Libyen in See, berichtete Minniti.

Im Gegenzug werden Arbeitsplätze geschaffen
In Rom soll ein Koordinationszentrum eingerichtet werden, das regelmäßig die Umsetzung des Abkommens prüfen soll, kündigte der italienische Innenminister an. Vereinbart wurden außerdem gemeinsame Anstrengungen beim Kampf gegen das Schlepperwesen sowie Unterstützung zur Schaffung von Arbeitsplätzen in den afrikanischen Ländern.

Seit Anfang des Jahres bereits 50.000 Flüchtlinge
50.000 Migranten sind seit Anfang 2017 in Italien eingetroffen, das sind rund 35 Prozent mehr als im Vorjahr, verlautete es aus dem Innenministerium in Rom. Italien drängt auch auf eine engere Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache, um die Abfahrten der Flüchtlingsschiffe zu stoppen.

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