Fr, 24. November 2017

„Lieb, freundlich“

22.06.2016 07:22

Die zwei Gesichter des Welser Messerstechers (24)

Er konnte sein wahres Gesicht perfekt verstecken: Nach außen hin gab der 24-jährige Duarte D. aus Buchkirchen bei Wels den Sonnyboy, war beliebt bei Kollegen, Freunden und Frauen. Dass er nun gestanden hat, eine 20-Jährige in Wels niedergestochen zu haben, können sie kaum glauben. Alle suchen nach Erklärungen.

Fünf Stunden nachdem er in einer Welser Bar versucht hatte, die 20-jährige Natalie zu vergewaltigen und umzubringen, stand Duarte D. (24) fröhlich und frisch geduscht vor seiner Wohnung in Buchkirchen und wartete auf seinen Freund und Chef (25), der ihn wie jeden Tag mit in den Dienst zu einem nahen Gasthaus nahm: "Er war wie immer, ganz normal, man hat ihm nichts angemerkt", ist dieser noch immer geschockt.

Zwei Tage kochte der Portugiese Schnitzel und Semmelknödel für die Gäste, während Natalie R. aus Oftering mit mehreren Stichwunden im Spital um ihr Leben kämpfte. Als der Gasthaus-Pächter Montagfrüh seinen Koch wieder abholen wollte, tauchten von allen Seiten plötzlich Cobra-Beamte auf: "Sie zerrten mich und Duarte aus dem Wagen, drohten mit den Pistolen. Ich hatte Angst."

"Glaube nicht, dass er Fremde niedersticht"
Erst später erfuhr er, was seinem Freund vorgeworfen wurde: "Ich glaube nicht, dass er einfach jemand Fremden niedersticht. Vielleicht hatte er mit dem Mädchen eine Beziehung und es gab Streit", sucht er eine Erklärung. Nachbarn des Täters tippen eher darauf, dass er während der Attacke auf Drogen war. Auch Gisbert Windischhofer vom LKA glaubt nicht an eine Beziehung zum Opfer: "Auf dem Video haben die beiden vor dem Angriff keinen Kontakt im Lokal gehabt."

In der Welser Altstadt kennen einige Kellnerinnen den Portugiesen, er sei immer "lieb, freundlich und hilfsbereit" gewesen: "Ohne die Videoaufnahmen wären sie deshalb nicht auf die Idee gekommen, dass er es gewesen sein könnte", so Oliver Hinterhölzl, in dessen Lokal in Wels der Mordversuch passiert war. Wie er fordern nun viele wieder mehr Überwachung.

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