Fr, 19. Jänner 2018

Sexuelle Übergriffe

29.12.2017 13:32

Schutzzonen für Frauen bei Berliner Silvesterfeier

Die größte Silvesterparty Deutschlands steigt auch in diesem Jahr in der Bundeshauptstadt. Zwischen Brandenburger Tor und "Goldelse" werden Hunderttausende unter dem Motto "Welcome 2018" das neue Jahr begrüßen. Um Szenen wie in Köln vor zwei Jahren zu vermeiden, gibt es heuer erstmals eine Sicherheitszone für Frauen, wo für Krisen geschulte Helfer des Roten Kreuzes bereitstehen. An sie können sich Frauen wenden, die sexuell belästigt wurden oder sich unwohl fühlen. In der Kölner Silvesternacht 2015 waren Hunderte Frauen auf dem Bahnhofsvorplatz von knapp 1000 afrikanischen Zuwanderern massenhaft sexuell genötigt worden.

"Wir bieten es an, falls jemand den Bedarf haben sollte, sich zu unterhalten", sagte Veranstaltungssprecherin Anja Marx der Deutschen Presse-Agentur. In dieser Sicherheitszone gibt es weiße Zelte, in denen psychologisch geschultes Personal vom Kriseninterventionsdienst zur Verfügung steht. Vor den Zelten stehen zwei Sicherheitsmitarbeiter. Die Belästigung von Frauen in Menschenmassen ist Thema, seit es vor zwei Jahren in Köln am Silvesterabend zu schweren Vorfällen kam. "Nein heißt nein, und wenn der Täter sich dann nicht weghält, schreiten wir ein", sagte der Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Beim vergangenen Silvester habe es 14 Anzeigen wegen sexueller Straftaten gegeben, davon zwei wegen Vergewaltigung oder schwerer Nötigung.

Sechsstellige Summe für Sicherheitsvorkehrungen
Eine gute sechsstellige Summe gebe man heuer in Berlin allein für die Sicherheitsvorkehrungen aus, sagte Marx. Neben dem Festgelände wird auch der umliegende Tiergarten mit doppelten Zäunen abgesperrt, rund 500 Ordner werden im Einsatz sein. Betonpoller sichern die Zufahrten, Koffer und Rucksäcke müssen draußen bleiben, Taschen werden durchsucht. Polizisten stehen in zwei mobilen Wachen in Containern auf dem Festgelände bereit, in der Menge werden Beamte in Uniform und Zivil unterwegs sein. Obwohl Raketen und Böller auf der Party strengstens untersagt sind, richtet auch die Feuerwehr zwei mobile Wachen an der Festmeile ein. An Unfallhilfsstellen warten 140 Sanitäter. 

Auch im Rest der Stadt steigen Dutzende Partys, zahlreiche Touristen werden erwartet. Insgesamt sind in Berlin nach Angaben der Polizei 1600 zusätzliche Beamte im Einsatz. Hundertschaften sollen an Orten, an denen das Silvesterfeuerwerk in denen vergangenen Jahren aggressive Ausmaße angenommen hat, für Ordnung sorgen. Auch die Feuerwehr sieht sich mit mehr als 1400 Haupt- und Ehrenamtlern gerüstet. Beim vergangenen Silvesterfest mussten Retter 1500 Mal ausrücken, darunter zu mehr als 400 Bränden.

Köln verteilt Armbändchen gegen sexuelle Gewalt
Auch in Köln rüsten sich die Veranstalter für die Silvesterfeierlichkeiten. Für heuer wurde im Zuge des Sicherheitskonzepts zusätzlich eine Kampagne ins Leben gerufen, die allerdings für viel Häme sorgt: Jeder Besucher erhält ein Armbändchen als Zeichen des gegenseitigen Respekts. In den sozialen Netzwerken kommt die Armbändchen-Aktion jedenfalls nicht besonders gut an.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden