Sobald man in Österreich das Wort Tempolimit in den Mund nimmt, betritt man ein hochemotionales Minenfeld. Auch nach den jüngsten Aussagen von OMV-Chef Alfred Stern zum Thema Energiesparen kochen die Emotionen hoch. „Weniger Autofahren, langsamer Autofahren, es gibt keinen Weg drumherum“, lautet sein Befund. Wenn wir die Befindlichkeiten kurz beiseiteschieben und uns rein auf die Physik konzentrieren, wird die Sache erstaunlich klar. Ein moderate Geschwindigkeitsbeschränkung auf 110, 90 und 30 km/h für Autobahn, Freiland und das Ortsgebiet würde bei Verbrennern auf der Autobahn rund 16% Treibstoff einsparen. Auf das ganze Land gerechnet, sprechen wir von einer Reduktion des fossilen Verbrauchs um realistische 7%. Wie verhält sich das beim Elektroauto (das zugegeben das bessere Modell wäre)? Das Thema Tempolimit wird beim Elektroauto paradoxerweise sogar noch viel relevanter. Warum? Das Zauberwort heißt Wirkungsgrad. Ein Elektromotor wandelt die Energie so effizient in Vortrieb um, dass der Luftwiderstand ungeschminkt zuschlägt. Beim Verbrenner geht der aerodynamische Mehrverbrauch bei 130 km/h in der ohnehin dramatisch schlechten Grundeffizienz unter. Beim E-Auto hingegen saugt der Windwiderstand schonungslos direkt an der Batterie. Wer hier 110 km/h statt 130 km/h fährt, spart oft massive 20% bis 25% Energie ein. Das ist ein Viertel mehr Reichweite, einfach nur durch einen leichten Lupfer des rechten Fußes. Was bleibt: Wenn wir das Tempo reduzieren, schrumpft der gesamte zukünftige Energiebedarf unserer Gesellschaft gewaltig. Wir müssen weniger Erdöl importieren und senken damit die Abhängigkeit, müssen weniger Windräder bauen, sparen wertvolle Photovoltaik-Flächen und können die vorhandene saubere Energie klüger nutzen. Zugegeben, die Elektromobilität macht die Physik nicht obsolet. Sie macht sie nur endlich ehrlich. Ein moderates Tempo und ein guter Elektromotor sind keine Gegensätze, sondern das perfekte Mensch-Maschine-Team für eine nachhaltige Zukunft. Fazit: Langsamer fahren ist der effizienteste Energiesparhebel, den wir aktuell besitzen. Er erfordert keine neuen Investitionen und wirkt sofort. Aber es braucht den Mut der Politik, Tempolimits zu verordnen.
Leo Fellinger, LOVELECTRIC – Verein zur Förderung der Elektromobilität, Seekirchen
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