Das freie Wort

Dienstwagen der Regierung

Die Dienstwagen der Regierung sind ein ewiger Aufreger, kommentiert Redakteur Christoph Budin in seinem Artikel. Ob jener für die Beinfreiheit von Staatssekretär Schellhorn oder der Glitzer-BMW von Ex-Finanzminister Brunner – es ist weder budgetär noch moralisch vertretbar, sich auf Staatskosten in solchen Luxuskarossen durch die Lande chauffieren zu lassen. Finanzminister Marterbauer will den von seinem Vorgänger übernommenen, mit Swarovski-Glitzersteinen bestückten BMW gegen einen wesentlich billigeren ¦koda Superb tauschen. Marterbauer ist einer der wenigen Politiker, der geerdet ist und nicht so abgehoben und realitätsfern agiert wie viele andere. Nun würden billigere Dienstwagen für Politiker das aus den Fugen geratene Budget nicht retten. Doch es ist eine Frage des moralischen Verständnisses, wie sich Arbeitnehmer, in diesem Fall Politiker, selbst die edelsten und teuersten Arbeitsbehelfe genehmigen. Die sündteuren Dienstwagen werden von der Bundesbeschaffungsagentur geleast. Kann es sein, dass sich diese durch die Zurverfügungstellung von exklusiven und daher besonders teuren Dienstautos bei Regierungsmitgliedern einschmeicheln will? Wenn ja, warum diese überzogene, durch Staatsbürger zu finanzierende Beschaffung? Warum ist die Bundesregierung weder bereit noch fähig, sich selbstbeschränkend auf billigere Versionen der Autos zu einigen? Wenn es schon beim nach außen leicht erkennbaren Arbeitsbehelf Dienstwagen für den Nutzer keine Grenzen zu geben scheint, stellt sich die Frage, wie luxuriös und abgehoben lebt die Politik in anderen Arbeitsbereichen? Neuausstattung der Büros, Klausuren in Fünfsternhotels und Charterflüge zu Arbeitstreffen mit ausländischen Kollegen. Auf Staatskosten scheint nichts zu teuer zu sein. Es ist keine Neiddebatte, die immer wieder hochkocht. Es ist das Unverständnis und manchmal auch die berechtigte Wut der Steuerzahler, wie sich Politiker Wünsche und Vorlieben zu Lasten der Bevölkerung finanzieren lassen. Finanzminister Marterbauer scheint eine wohltuende Ausnahme zu sein. Die Bevölkerung honoriert seine vernünftige und sparsamere Amtsausübung mit besten Umfragewerten. Dass alle anderen Regierungskollegen ebenfalls auf den Boden der Realität zurückkehren sollten, darf angesichts der budgetären Situation und der moralischen Unglaubwürdigkeit erwartet und auch gefordert werden.

Franz Peer, Linz

Erschienen am So, 13.7.2025

Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Weitere Leserbriefe
17.4.2026Datum auswählen
Kampfabstimmung abgesagt
Die Kampfabstimmung ist abgesagt: Die SPÖ torkelt von einer Peinlichkeit in die nächste. Babler wollte seine bald 61-jährige Staatssekretärin ...
Robert Kindl
Die Jungen wollen nicht, die Alten aber sollen
Was die Jahrgänge 1930 bis 1990 mit harter Arbeit aufgebaut und an Wohlstand geschaffen haben, wird nun von den Wohlstandsgenerationen an die Wand ...
Walter Janisch
Sozialbetrug
Wenn man dem Bericht Glauben schenken darf, dass 2025 allein 22,8 Mio. Euro (seit Bestehen der Taskforce 158 Mio. Euro) an Sozialleistung ...
Franz Umgeher
Trump kontra Papst
Gott sei Dank kann Donald Trump unseren verständnisvollen und Frieden wollenden Papst Leo mit seinen Machtgelüsten weder kündigen oder gar entlassen.
Elmar Niederkofler
Zeit für eine Neupositionierung?
Immer deutlicher treten die Risse in der Weltordnung zutage. Zwischen den Machtzentren hat sich ein Niemandsland des Vertrauens aufgetan – ein Raum, ...
Josef Richard Skumautz
Allein mir fehlt der Glaube
Der deutsche Kanzler Merz sagt anlässlich eines Besuchs Zelenskijs in Berlin, dass Russland den Krieg nicht gewinnen wird. Bei dieser kühnen Aussage ...
Josef Blank
Also sprach Herr Merz
Und er muss es ja wissen, wenn er sagt, dass Russland diesen Krieg nicht gewinnen wird. Aber die Ukraine sicher auch nicht. Und wenn wem vorab die ...
Friedrich Travnicek
Nur noch drei Wochen
Der diesjährige Urlaubssommer wird wohl kein Honiglecken und keine richtige Erholung, weil ein äußerst teures Vergnügen. Europas Fluggesellschaften ...
Christian Stafflinger
Fluglinien warnen vor Kerosin-Engpass
Es ist vielleicht gar nicht so schlecht, wenn Kerosin nicht mehr im Überfluss vorhanden ist. Damit steigt der Preis fürs Fliegen. Auch die Umwelt ...
Franz Neller
ORF-Sumpf
Eigentlich traurig, was sich im Öffentlich-Rechtlichen so abspielt. Aber wie heißt es immer: Wenn der Fisch stinkt, dann stinkt er am Kopf. Und das ...
Rudolf Kachina
Jeder gegen jeden
Redakteure gegen den Stiftungsrat, Stiftungsrat gegen Thurnher usw. Keiner kennt sich mehr aus. Vor allem diejenigen nicht, die das Ganze ...
Dr. Leopold Dercsaly
Pensionsvertrag
Da ich in letzter Zeit viel im Ausland war, habe ich vielleicht so manches nicht mitbekommen. Aber was mir auffällt: Es scheint noch niemand ...
Dr. Gerhard Danninger
Nicht die Frösche fragen
Zum Thema ORF: Wenn man einen Sumpf trockenlegen will, darf man nicht die Frösche befragen.
Gerhard Koglek
Medienminister
Wofür hat die österreichische Bundesregierung einen Medienminister, wenn er sich zu einem Skandal wie dem ORF nicht zu Wort meldet? Weg mit diesem ...
Engelbert Häusler
Journalistenaufstand im ORF
Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der anscheinend uns allen gehört, stinkt es seit Jahren ganz gewaltig. Immer wieder Gagen, die eine Frechheit ...
Georg Culetto
Der neue „Rex“
Die Neuauflage der Erfolgsserie „Kommissar Rex“ im ORF leidet am gleichen Problem wie alle Versuche, beliebte Fernsehsendungen zu reproduzieren: Man ...
Franz Weinpolter
Plastiksteuer vs. Mehrwertsteuer
Die geplante Plastiksteuer, auch auf PET-Flaschen, wird den Steuerzahler mehr kosten, als er sich mit der reduzierten Umsatzsteuer einsparen kann. ...
Gernot Puchas
Diebstahl auf Friedhöfen
Diese Grabräuber sind skrupellos, sie stehlen die Goldzähne von Verstorbenen. Aber nicht nur das, sie stehlen sogar eine „Star Wars“-Figur von einem ...
Pamela Pfennigbauer
Treppenwitz der Woche
Die Regierung hat uns jahrelang mit sogenannten Fachkräften geflutet und will jetzt, dass die Pensionisten länger arbeiten. Da ist wohl etwas falsch ...
Georg Hausharter
Die Gier der OMV
OMV-Chef Alfred Stern hat zuletzt mit Aussagen aufhorchen lassen, die mehr als provokant waren. Jetzt stellte sich heraus, dass Herr Stern nicht, wie ...
Leopold Rapp
Donald Trump
Jeden Tag, an dem man die Zeitung aufschlägt und über das Verhalten von Donald Trump liest, erschrickt man. Es muss doch jedem lang-sam klar sein, ...
Dagmar Junker

Voriger Tag
17.4.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt