"Wir fürchten um unser Leben", erklärte ein Polizist, der nicht genannt werden möchte. Seit 2001 sind vier Kollegen an Krebs erkrankt, zwei verloren den Kampf. Der aktuellste Fall liegt erst eine Woche zurück - einem Beamten wurden operativ Gewächse von Nieren, Steißbein und der Wirbelsäule entfernt.
Polizisten sind sehr besorgt
Verständlicherweise ist die Sorge groß. Könnte es sein, dass die Erkrankungen mit der Bausubstanz des Gebäudes in Zusammenhang stehen? Der Schimmel im Keller und eine Heraklit-Zwischendecke bereiten den Polizisten Sorgen.
Problem stieß bisher auf taube Ohren
Für die Decke gab es zwar ein Gutachten - "aber nur von einer Inspektion in Leoben, wo angeblich mit ähnlichem Material gearbeitet worden ist". Wenn man sich mit den Bedenken an das Landespolizeikommando wendet, gibt es keine zufriedenstellende Antwort.
Sachverständiger soll Klarheit schaffen
Nun wurden Forderungen nach Aufklärung laut: "Ein Sachverständiger soll die Inspektion unter die Lupe nehmen. Wenn es keinen Zusammenhang gibt, wissen wir wenigstens, dass es tragische Zufälle waren."
Landespolizeikommando bezieht nun Stellung
Für das Landespolizeikommando (LPK) bestätigte Oberst August Feyerer nach Sichtung der Fakten am Mittwoch den Bericht der "Steirerkrone". Drei Polizisten waren an Nieren- und einer an Darmkrebs erkrankt. Er meinte aber: "Eine Häufung von Krebsfällen war für uns bisher nicht ersichtlich“.
LPK habe erst vor wenigen Tagen davon erfahren
Der entsprechende Verdacht sei erstmals am 15. März an das LPK herangetragen worden. Noch am selben Tag sei in einem Gespräch mit dem Objektbetreuer der Bundesimmobilien Gesellschaft um Untersuchung einer Deckenkonstruktion auf Asbesthaltigkeit gebeten worden. Feyerer räumt ein, dass schon 2006 eine Arbeitsmedizinerin die Zimmerdecke beanstandet habe, allerdings sei es dabei nicht um Asbest, sondern um eine befürchtete Staubbelastung infolge ungenügender Säuberungsmöglichkeiten gegangen.
Eine Entfernung dieser Zimmerdecke sei damals dringend empfohlen worden, was auch beim Ministerium beantragt worden sei. Auch sei eine Verbesserung der Lüftung der Kellerräumlichkeiten veranlasst worden.
Gesetzliche Bestimmungen sollen eingehalten werden
Feyrer betonte außerdem, dass das LPK besonders bemüht sei, die Bestimmungen des Bundesbedienstetenschutzgesetz einzuhalten und erforderliche Maßnahmen unverzüglich zu setzen: "Es finden dazu ständig Dienststellenbesuche und Gespräche mit Sicherheitsfachkräften, Arbeitsmedizinern und Sicherheitsvertrauenspersonen statt."
Gutachten soll Schlamassel rasch aufklären
Ob es tatsächlich einen kausalen Zusammenhang zwischen den Krankheitsfällen und den in dem 1989 in Betrieb genommenen Gebäude verwendeten Baustoffen gibt, soll nun rasch abgeklärt werden. "Es gab in den vergangenen Jahren schon mehrere Verdachtsmomente in anderen Dienststellen, die sich dann immer als unbegründet erwiesen haben", so Polizeisprecher Feyerer.
Causa erinnert an ähnlichen Fall in Salzburg
Zuletzt hatte es 2004/05 einen ähnlich gelagerten Fall in Salzburg gegeben, wo zwar kein Zusammenhang nachgewiesen werden konnte, das Wachzimmer am Bahnhof aber dennoch geschlossen wurde. In sechzehn Jahren waren dort elf Beamte an unterschiedlichen Krebsarten erkrankt - vier von ihnen starben.
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