10.12.2007 17:25 |

Spitalsreif geprügelt

Schüler von 15 Jugendlichen verprügelt

Erschütternder Fall von Gewalt in einer Schule in Niederösterreich: Wegen angeblich ausländerfeindlicher Ausagen ist ein Bub von 15 Jugendlichen albanischer, serbischer und tschetschenischer Herkunft in den Keller gezerrt worden. Dort prügelten sie so lange auf ihr Opfer ein, bis es blutend am Boden lag. Auch eine Mitschülerin, die dem 14-Jährigen helfen wollte, wurde schwer misshandelt. Der Hauptverdächtige, ein junger Serbe, sitzt in Haft.

Schon seit längerem schwelt an der Theodor-Körner-Hauptschule in St. Pölten der Konflikt zwischen Inländern und den Kindern von Serben, Albanern sowie jenen von tschetschenischen Asylwerbern. Vergangenen Donnerstag kam es - wie erst jetzt bekannt wurde - zur Eskalation der gegenseitigen Beschimpfungen und Droh-SMS.

Die ausländischen Jugendlichen - sie besuchen das im selben Gebäude untergebrachte Polytechnikum sowie die Sonderschule - attackierten den 14-jährigen Niederösterreicher Daniel S. knapp vor Unterrichtsbeginn. "Der Bub wurde vor den Augen von Lehrern und 100 anderen Schülern in den Keller des Hauses gezerrt", schildert ein geschockter Vater den Ausbruch der Gewalt.

Die ausländischen Schüler bildeten um ihr Opfer einen undurchdringlichen Halbkreis. Unter obszönen Beschimpfungen und in blinder Wut prügelte ein Serbe auf den 14-Jährigen aus dem Bezirk St. Pölten ein. Die Freunde des Serben - 15-jährige Tschetschenen und Albaner - beteiligten sich an der Prügelorgie. Erst ein Lehrer, der sich mühsam einen Weg durch das Spalier der Ausländer bahnte, konnte die blutige Eskalation stoppen.

Schwere Prellungen und Augenverletzung
Da hatte Daniel aber bereits einen Zahn verloren und so schwere Prellungen erlitten, dass er ins Landesklinikum St. Pölten eingeliefert werden musste. Die Mediziner stellten außerdem eine Augenverletzung fest. Auch eine Mitschülerin, die couragiert eingreifen wollte, wurde niedergeschlagen. Wenig später konnten Fahnder des Operativen Kriminaldienstes des St. Pöltner Stadtpolizeikommandos den Serben ausforschen. Major Sautner: "Der Staatsanwalt hat einen Haftbefehl erteilt. Daraufhin wurde der Verdächtige in die Justizanstalt eingeliefert."

"Liefere deinen Freund aus, sonst passiert dir etwas"
Gegen den Haupttäter wird, wie Kriminalisten bestätigen, auch wegen Nötigung ermittelt. Denn der Serbe war wenige Tage zuvor bei einem Schulkameraden seines späteren Opfers aufgetaucht. Er hielt diesem ein Butterflymesser an den Hals. "Liefere deinen Freund aus, sonst passiert dir etwas", drohte der 15-jährige Verdächtige. Als der Niederösterreicher schwieg, kam es zum Handgemenge.

Väter wollen Wache stehen
Direktor Reinhard Binder von der Theodor-Körner-Hauptschule 1 bedauert den erschreckenden Vorfall: "So etwas hat es an unserer Schule noch nie gegeben." Ein betroffener Vater sieht das anders: "Das musste einmal so kommen. Es hat auch schon während des Unterrichts Konflikte gegeben." Jetzt wollen die Väter ihre Kinder selbst beschützen: Ab Dienstag werden einige von ihnen vor der Schule Wache stehen.

von Mark Perry, Kronen Zeitung

Samstag, 28. März 2020
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