Mi, 20. Juni 2018

Aktuell

12.01.2018 17:31

E-Autos sind nicht der Renner

307.000 Autos gibt es in Salzburg, davon fahren 1.350 a mit Strom. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, wenn es um die Etablierung der umweltfreundlichen Gefährte geht. Vorreiter Tesla eröffnet in Wals-Siezenheim ein neues Servicecenter, aber es braucht noch mehr für die "Benzinfreiheit".

481 Fahrzeuge, also nur 1,6 Prozent der im Jahr 2016 neu zugelassenen Autos in Salzburg fahren mit Strom. Dabei stechen die Bezirke Pinzgau und Pongau heraus, wie der VCÖ erhoben hat. In Zell am See waren es 72 E-Autos, also 2,5 Prozent, in St. Johann 66 Fahrzeuge, ebenfalls 2,5 Prozent. Zwar war die absolute Zahl in der Stadt Salzburg mit 205 Neuzulassungen am höchsten, gesamt gesehen, sind das aber nur 1,3 Prozent. Schlusslicht ist der Lungau mit fünf neuen Fahrzeugen, das sind 0,6 Prozent, knapp übertroffen vom Flachgau mit 103, also 1,7 Prozent und dem Tennengau mit 30, also 1,8 Prozent. Am meisten neue E-Autos gibt es im Wiener ersten Bezirk, dort betrug der Anteil der Zulassungen zehn Prozent.

Kosten, Ladezeit und Reichweite bremsen
"Dabei wären E-Autos im ländlichen Raum vorteilhaft", so die VCÖ-Experten. Denn: 60 Prozent der Fahrten sind kürzer als zehn Kilometer, gar 94 Prozent kürzer als 50 Kilometer. Das Argument, dass die geringe Reichweite ein Nachteil ist, fällt also (fast) weg. Dazu kommt die wachsende Infrastruktur für die E-Mobilität, wie zum Beispiel der Gratis-Strom der Solarroute. Vordenker Roland Haslauer von GFB Partner weihte vor wenigen Wochen die 100 Ladestation in Taxenbach ein, es gibt nun ein dichtes Netz an Partnerfirmen, die die überschüssige Energie zur Verfügung stellen. Weiters wird an der Ladegeschwindigkeit getüftelt, Haslauer entwickelt sogar ein E-Fahrzeug "Made im Pinzgau".

Potenzial für mehr Strom statt Benzin könnten auch die vielen Zweitfahrzeuge im Land bieten. Laut VCÖ sind es 90.000 alleine in Salzburg, die durchschnittlich nur 7.000 Kilometer pro Jahr fahren.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

Daten & Fakten:

  • In Salzburg sind 307.000 Autos auf den Straßen unterwegs, 1.350 davon fahren mit Strom statt Benzin, Diesel oder Erdgas.
  • Bei den Neuzulassungen 2016 hat der Pinzgau die Nase vorn. Dort betrug der E-Anteil 2,5 %, das sind 72 Neuzulassungen.
  • In der Stadt Salzburg waren es 1,3 %, das sind 205 E-Autos, in Tamsweg 0,6 %, also fünf E-Autos.
  • Die Infrastruktur zum "Tanken" wird in Salzburg besser. Die weltweit erste freie Solarroute zum Beispiel stellt Gratis-Strom zur Verfügung. Vor wenigen Wochen wurde die 100. Steckdose in Taxenbach in Betrieb genommen.
  • Als Probleme bei den E-Autos werden die Anschaffungskosten und die geringe Reichweite genannt.
  • Der VCÖ kontert: 94% der Fahrten sind kürzer als 50 Kilometer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.