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28.11.2017 17:01

Sprit-Schilder ausgetauscht: "Jux"!

Es war nur ein "Jux", er weiß nicht mehr warum er es getan hat: Das gab ein Mann (47) an, der bei einer Tankstelle in St. Johann die Plaketten der Zapfsäulen für Diesel und Benzin ausgetauscht hatte. Ein nachfolgender Lenker hatte den Schaden, weil er falsch tankte. Der Schuldige wird nun zur Rechenschaft gezogen.

Der Niederösterreicher fand es offenbar lustig, die Plaketten an den Zapfsäulen im September zu vertauschen. Er hatte zuvor selbst getankt. Der Austausch fiel niemandem auf, weil es sich um eine Selbstbedienungs-Tankstelle handelt. Dass der Mann mit diesem "Jux" jemanden schädigen könnte, war ihm egal. Kurz nach ihm tankte ein Pensionist (77) seinen Wagen voll. Dass er statt Diesel Benzin getankt hatte, bemerkte er, als er die Rechnungssumme sah. Der Mann fuhr nicht los, sondern rief Hilfe. Schaden: mehrere Hundert Euro.

Dank der Überwachungskamera bei der Tankstelle konnte der Schuldige überführt werden. Der Mann wurde angezeigt und muss den Schaden begleichen. Michael Huber, der in Salzburg zwei Tankstellen betreibt und stellvertretender Fachgruppenobmann in der Wirtschaftskammer ist, erklärt, dass beim falschen Treibstoff auch ein Motorschadendie Folge sein kann. "Das kommt auf das Auto- und Motormodell und die Größe des Tanks an. Wenn man es rechtzeitig merkt und nicht los fährt, muss meistens nur der Treibstoff abgesaugt und ein neuer Filter eingebaut werden. Fährt man los, kommt man nicht weit. Das Auto ruckelt und bleibt stehen."

Benzin im Dieselmotor - umgekehrt geht’s nicht
Die Diesel- und Benzin-Zapfpistolen haben unterschiedliche Durchmesser. Die Diesel-Pistole ist größer, damit kann man gar keinen Benziner betanken.

Andersherum geht es aber. Die Benzin-Pistole ist kleiner und passt in Tanköffnungen von Dieselfahrzeugen. "Die Handyverbot-Schilder bei den Zapfsäulen gibt es nur, damit sich die Leute konzentrieren." Der ÖAMTC muss in Salzburg jeden Tag ein bis zwei Falschtankern zu Hilfe kommen. "Oft sind es Urlauber. Bei Föhnwetter, wenn viele Leute hektisch werden, passiert es auch häufiger", weiß der technische Leiter Peter Schmid. Nachdem der ÖAMTC die Tanks ausgepumpt hat, werden sie neu mit Diesel und einem Kraftstoffreiniger, der Verschmutzungen bindet, verbrennt und das System schmiert, betankt. Diesel schmiert, Benzin nicht. Deswegen kann beim Losfahren auch die Einspritzdüse, die mit 1300 bar Druck arbeitet, kaputt werden. "Das kann dann teuer werden, bis zu 1500 €."

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

Zitat - Peter Schmid, Technischer Leiter ÖAMTC Salzburg

Für ÖAMTC-Mitglieder kostet das Auspumpen nach dem falsch Tanken 100 Euro. Man darf nur nicht losfahren.

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