Sa, 22. September 2018

Lebensmittelhändler

11.09.2017 08:30

Winkler-Markt-Chef: "Wir ticken bewusst anders"

"Ich habe seit eineinhalb Jahren ein Smartphone, es hat immer noch mich im Griff", sagt Josef Strutz-Winkler lächelnd. Seit 18 Jahren steht der 55-Jährige mit seiner Frau Maria an der Spitze des Winkler-Markts. Der familiengeführte Lebensmittelhändler, der in Linz, Altenberg und Gramastetten Standorte hat, trotzt den Supermarktketten und genießt sein Dasein als "großer Greißler".

In der Obst- und Gemüse-Abteilung sind die Produktschilder mit Hand geschrieben. Abseits der Lebensmittel finden sich in den Regalen des Winkler-Markts in Linz-Urfahr auch Nähseide, Teller und Gläser. "Uns ist die Nahversorger-Rolle ganz, ganz wichtig. Wir ticken bewusst anders, wollen auch niemanden verführen, mehr zu kaufen", sagt Josef Strutz-Winkler, während er durch die Gänge geht.

In Linz, Altenberg und Gramastetten
Bis 1899 lässt sich die Geschichte des Familienbetriebs zurückverfolgen, der heute 85 Mitarbeiter zählt. Im Schatten der großen Supermarktketten bleibt eine kleine Statistenrolle, mit Standorten in Linz-Urfahr, Altenberg und Gramastetten. "Uns fragen die Kunden: ,Wie könnt ihr überleben?’", erzählt Strutz-Winkler. Was er antwortet? "Wir müssen Gewinne schreiben. Daher versuchen wir, uns abzugrenzen."

Gemüse aus Naarn
Mit 16 Kaufmannsfamilien bilden die Winklers die kleinste Einkaufskooperation in Österreich. "Unsere Eigenmarke ist Regionalität", sagt der 55-Jährige. Der Hauptgemüselieferant des Traditionsbetriebs ist der Voggeneder-Hof aus Naarn, viele Landwirte wollen sich mit ihren Produkten positionieren. "Die Genussland-Initiative hat da eine richtige Welle losgetreten", betont Strutz-Winkler.

Online-Shop angedacht
Dank Kooperationen, wie etwa mit dem Tiroler Nahversorger MPreis, ist es dem kleinen Betrieb auch möglich, bei Neuerungen mitzuziehen. Auch ein Online-Shop, wie es ihn bei Billa, Merkur oder bei Spar gibt, ist angedacht: "Wir werden eine Lösung brauchen. Die Frage ist nur, mit welchem Sortiment und wie", so Strutz-Winkler: "Man muss auf den Zug aufspringen, solange man noch aufspringen kann."

Barbara Kneidinger, Kronen Zeitung

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