Mo, 18. Juni 2018

Augenarzt warnt

07.09.2017 15:48

Kinderaugen sind gefährdet

Bis zum Jahr 2050 wird laut Studien jeder zweite Mensch weltweit kurzsichtig. Smartphones, Tablets, Computer, aber auch das ganz normale Lesen fördert diesen Sehfehler, warnt Primar Matthias Bolz, Leiter der Augenklinik des Linzer Kepler-Universitätsklinikum. Das Gegenmittel: Viel raus in die Natur!

"Krone": Schon Volksschulkinder haben ein eigenes Smartphone, Kleinkinder wischen selbstverständlich auf der leuchtenden Oberfläche von iPad und Co. herum. Brauchen deshalb immer mehr Kinder schon frühzeitig eine Brille?
Matthias Bolz: Man weiß, dass die viele Naharbeit die Kurzsichtigkeit fördert. Natürlich schadet es den Augen, wenn Kinder viel Zeit vor dem Smartphone oder anderen Bildschirmen verbringen. Aber nicht, weil es eine schädliche Strahlung gibt, die den Augen schadet, sondern weil sich alles in der Nähe abspielt.

"Krone": Viele Augenärzte warnen Eltern aber ausdrücklich davor, ihre  Kinder ständig mit digitalen Geräten spielen zu lassen, weil dadurch die Fehlsichtigkeit  ansteigt.
Bolz: Wichtig ist, dass die Kinder genug Tageslicht abbekommen. Zumindest eine helle Stunde am Tag sollte man sich in der frischen Luft aufhalten. Das ist speziell im asiatischen Raum bereits ein Riesenthema, weil dort die Umweltbedingungen dies zum Teil gar nicht zulassen. Deshalb werden dort  Klassenräume mit Oberlichten ausgestattet, damit die Schüler Tageslicht sehen.

"Krone": Die digitalen Geräte sind also nicht das Problem?
Bolz: Nicht ursächlich. Schlimmer ist eigentlich die Internetsucht, von der man ja auch als Erwachsener betroffen ist, wenn man zum Beispiel ständig aufs Handy schaut, ob es neue Nachrichten gibt. Eines ist mir noch wichtig: Kinder sollten vor der Einschulung zum Augenarzt, sie gehören vorher gründlich überprüft.


Interview: Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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