Mi, 15. August 2018

900 Euro Geldbuße

21.08.2017 15:38

Bürgermeister nach Sitzung von Wirt attackiert

Bei Gemeinderatssitzungen kochen wohl in ganz Tirol ab und zu die Emotionen hoch. Doch in der 420-Seelen-Gemeinde Gschnitz endete Anfang Juni für den Ortschef ein Streit mit einem Wirten (65) im Spital. Vor Gericht kam der Bürger am Montag mit einer Diversion davon.

Der 65-Jährige wollte eigentlich nur einen Blumengarten für seine liebe Gattin anlegen. Doch die Höhe des Grundstückpreises, die die Gemeinde für die Wiese von ihm haben wollte, stieß dem Gastwirt sauer auf. "Der Bürgermeister und ich haben es nicht so miteinander. Mein Ansuchen hat er zwei Sitzungen lang nicht auf die Tagesordnung genommen", erklärte der Angeklagte am Montag am Innsbrucker Landesgericht.

"An der Nase erwischt"

Dem Gschnitzer platzte daraufhin der Kragen. Nach einer weiteren Sitzung tauchte der 65-Jährige plötzlich in der Gemeindestube auf und ging auf Bürgermeister Christian Felder los. Dieser stürzte und musste verletzt ins Spital gebracht werden. "Ohne böse Absicht habe ich ihn an der Nase erwischt. Es tut mir ja alles leid", gab sich der Angeklagte vor Richterin Sandra Preßlaber kleinlaut und entschuldigte sich mit einem Handschlag beim Dorfchef.

"Ich werde mich bessern"

"Für mein Verhalten haben mich meine Frau und mein Anwalt schon geschimpft. Ich werde mich bessern, es kommt nicht mehr vor", versprach der Gastwirt. Daher stimmte die Richterin einer Diversion zu. Der rabiate Bürger muss nun 900 Euro Geldbuße zahlen. Das Teilschmerzensgeld von 200 Euro, das der Ortschef noch im Verhandlungssaal erhielt, will er spenden.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

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