07.07.2017 15:23 |

Frau vor Gericht

Unterländerin wollte Haus des "Ex" abfackeln

Auch wenn die Scheidung einvernehmlich war - eine gebürtige Serbin wollte sich mit dem Beziehungs-Aus nicht abfinden. Sie fühlte sich vom "Ex" über den Tisch gezogen. Am 13. November eskalierte der "Krieg" zwischen den beiden. Die 52-Jährige wollte das Haus ihres Gatten im Tiroler Unterland abfackeln! Freitag saß sie vor Gericht.

Irgendwie hatte es der Ex-Mann der 52-Jährigen kommen sehen. Denn der Unterländer hatte sein Haus extra mit einer Überwachungskamera und einer Alarmanlage ausgestattet. Nicht zum Schutz vor Einbrechern, zum Schutz vor seiner Ex-Frau! Diese hatte ihn - trotz Gerichtsbeschlusses, der sie zwang fernzubleiben, und trotz einer Verurteilung - weiter terrorisiert.

Benzin verschüttet

Die 52-Jährige sieht die Sache konträr: "Ich wurde bei der Scheidung über den Tisch gezogen, ich habe alles aufgebaut, er hat nie gearbeitet und dann das!" Jahrelang loderte des Feuer, das am 13. November beinahe zum Ausbruch gekommen wäre: Die Frau verschaffte sich Zutritt zum Haus ihres Ex-Mannes und verschüttete Benzin. Weil die Alarmanlage angeschlagen hatte, war wenige Augenblicke später die Polizei vor Ort. Einer der Beamten konnte ihr im letzten Moment das Feuerzeug entreißen und so Schlimmeres verhindern.

Am Freitag saß die gebürtige Serbin, die immer wieder in Tränen ausbrach, auf der Anklagebank am Landesgericht. Sie sei unschuldig, sie sei betrogen worden, ihr Exmann habe ihr das Haus gestohlen, sie habe nur ihre Familie und ihren Frieden wollen, sagte sie.

Der Schöffensenat verurteilte die 52-Jährige wegen zahlreicher Delikte zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Nicht rechtskräftig.

Stefan Ruef, Kronen Zeitung

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