13.11.2006 16:37 |

Promille-Fahrt

Russischer Diplomat fährt in Schlangenlinien

Wiener Polizisten beendeten in der Nacht zum Sonntag die offensichtliche Promille-Fahrt eines Diplomaten. Am Steuer des gestoppten Botschafts-Mercedes saß der russische Verteidigungsattaché höchstpersönlich. Da die Beamten keine Handhabe gegen dessen Immunität hatten, wurde Oberst Sergej schließlich vom Botschaftssekretär abgeholt.
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Geht es nach der Polizeianzeige, hat der hochrangige Botschaftsangehörige das altbekannte Vorurteil über trinkfeste Russen bestätigt. Jedenfalls soll Oberst Sergej in dem Mercedes mit Diplomaten-Kennzeichen in auffälligen Schlangenlinien am Landstraßer Gürtel in Wien unterwegs gewesen. Gegen 3.30 Uhr Früh fiel einer Funkstreife schließlich die doch ungewöhnliche Fahrweise auf...

Zwei Funkstreifen hindern Oberst an Weiterfahrt
Deshalb setzte sich das Polizeiauto vor die Limousine. Der Verteidigungsattaché blieb aber demonstrativ im Fahrzeug sitzen und hielt seinen Führerschein aus dem Fahrerfenster. Da Oberst Sergej angeblich auch noch Anstalten machte, wieder weiterzufahren, blieb eine zu Hilfe gerufene zweite Funkstreife dahinter stehen, um das Botschafts-Auto quasi einzuklemmen.

Das war schließlich aber auch schon alles, was die Beamten tun konnten. Denn bekanntlich genießen Diplomaten Immunität. Nach einigen Anrufen holte schließlich der russische Botschaftssekretär seinen angeschlagenen Kollegen mit einem Auto ab.

Von Christoph Budin und Andi Schiel, Kronen-Zeitung
Foto: Clemens Groh

 

Montag, 15. August 2022
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