08.11.2006 11:03 |

Nicaragua

Wahlrat erklärt Ortega zum Wahlsieger

Der Oberste Wahlrat von Nicaragua hat den früheren nicaraguanischen Revolutionsführer Daniel Ortega zum Sieger der Präsidentenwahlen in dem mittelamerikanischen Land erklärt. Nach Auszählung von 91,5 Prozent der Stimmen entfielen auf den Führer der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) 38,7 Prozent der Stimmen. Der konservative Eduardo Montealegre, der bei der Abstimmung am Sonntag auf 29 Prozent kam, erkannte den Sieg des Sandinistenführers an.

Damit werden die linken Sandinisten 16 Jahre nach dem Machtverlust wieder die Regierung in Managua stellen.

Bei drei Wahlen seit 1990 war Ortega (60) jeweils den konservativen Kandidaten der Liberalen Verfassungspartei (PLC) unterlegen gewesen. Der Sieg im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag wurde durch ein neues Wahlgesetz möglich. Demnach hat derjenige die Wahl schon im ersten Durchgang für sich entschieden, der über 35 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt, wenn die Differenz zum Zweitplatzierten mehr als fünf Prozent beträgt.

Wahlverlierer verspricht Zusammenarbeit
Montealegre von der Liberalen Allianz (ALN) gestand am Abend die Niederlage ein. Er habe sich dem Kampf für die Freiheit, für wirtschaftliches Wachstum und soziale Entwicklung verschrieben, um mehr Beschäftigung zu garantieren, sagte er am Abend. Der frühere Außenminister und Ex-Banker versprach, sich auch weiterhin für die Regierbarkeit und Stabilität des Landes einzusetzen.

Castro gratuliert Ortega
Der erkrankte kubanische Revolutionsführer Fidel Castro gehörte zu den ersten Gratulanten. "Der grandiose sandinistische Sieg erfüllt unser Volk mit Freude und er ist einmal mehr eine Schmach für die terroristische Regierung der Vereinigten Staaten", hieß es in einer Botschaft Castros, die im kubanischen Fernsehen verlesen wurde.

Bei der Wahl wurde auch über die Zusammensetzung der neuen Nationalversammlung (Parlament) entschieden. Nach den bisherigen Resultaten sind die führenden Sandinisten auf die Unterstützung anderer Fraktionen angewiesen. Das Parlament besteht aus 92 Abgeordneten.