09.02.2017 21:40 |

Gericht entscheidet

Heute ist Schicksalstag für Gaißau und Hintersee

Auf Juristendeutsch findet heute, Freitag, um 9 Uhr am Landesgericht die erste Gläubigerversammlung und Berichtstagsatzung statt. Verständlich ausgedrückt wird Masseverwalter Dr. Wolfgang Hochsteger informieren, ob es Sinn macht, den Liftbetrieb im insolventen Skigebiet Gaißau-Hintersee weiter zu führen.

Und dabei sieht es gut aus, dass man auch in den nächsten Wochen noch wedeln und carven kann, denn: "Der Jänner ist sehr gut gelaufen. Erstens hat das Wetter super mitgespielt, es hatte viel Schnee, die tiefen Temperaturen halfen ebenfalls, außerdem gab es viele Sonnentage. Zweitens sind die Salzburger dem Gebiet treu geblieben", bringt es Masseverwalter Wolfgang Hochsteger auf den Punkt. Er ist optimistisch, dass das Gericht "ja" sagt, den Betrieb vorerst weiter zu führen, zumindest wird er das heute empfehlen. Die Pisten sind in Gaißau-Hintersee nach wie vor in einem super Zustand, die wärmeren Tage haben ihnen kaum etwas angetan. Außerdem stehen die Semesterferien an, da wäre es nicht wirtschaftlich, gerade jetzt dicht zu machen.

Wie berichtet haben die "Gaissau Bergbahnen" schon einen Großteil der Weihnachtsferien verloren, denn Haupteigentümer (75 Prozent) Zhonghui Wang ließ die Lifte geschlossen, obwohl genug Schnee lag. Und das obwohl Wang Ende November eine Garantie abgab, dass er hinter "seinem" Skigebiet steht, es nicht nur weiter führen, sondern auch investieren will. Auf Drängen der Minderheitseigentümer wurde dann doch noch aufgesperrt, aber erst am letzten Ferienwochenende.

1,3 Millionen Schulden
Erleichterung und Euphorie waren groß, doch nur sechs Tage darauf meldete der Schmuckmagnat aus China Insolvenz an, 1,3 Millionen Euro Schulden stehen zu Buche. Ein Schock für Tourismus, Hüttenwirte, Lift-Mitarbeiter, Skischulen und Zulieferer. Die mehr als 70 Gläubiger, großteils Grundstücksbesitzer, sollen sich mit 20 Prozent ihres ausstehenden Geldes zufrieden geben. Ob sie darauf eingehen, entscheidet sich am 31. März. Fest steht, dass die Situation für die Gläubiger prekär ist: Stimmen sie zu, bleiben die Besitzverhältnisse wie sie sind. Mit dem Chinesen hat milde ausgedrückt aber niemand mehr Freude, das Vertrauen ist nach vielen gebrochenen Versprechen weg. Stimmen sie nicht zu, könnte das Unternehmen zerschlagen werden, der Investor aus Fernost wäre dann vielleicht so schnell weg, wie er gekommen ist. Der Haken: Dann braucht es neue Geldgeber, um das Skigebiet endlich schneesicher und damit wirtschaftlich zu machen.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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