Di, 14. August 2018

Bad Aussee

07.12.2016 16:30

Die Heimat des Lebkuchens

Sie sind fixer kulinarischer Bestandteil der Advent- und Weihnachtszeit: die Lebkuchen. Die Köstlichkeiten stammen vielfach aus einer Backstube im Ausseerland, in der bis zu 70 fleißige Hände gerade in den Wochen vor dem großen Fest gefordert sind. Die "Steirerkrone" hat sie besucht.

Egal, ob draußen keine Wolke den strahlend blauen Himmel über dem Ausseerland trübt; egal, ob kein Fleckchen Schnee auf dem idyllischen Reiterer Plateau liegt; wer durch die Türe in das Reich von Hugo Rubenbauer tritt, ist sofort in Weihnachtsstimmung, denn der Duft von Lebkuchen umschmeichelt unwiderstehlich die Nase.

Fast ebenso schnell wie der Geruch des Advents kommt der Chef selbst aus der Backstube geschossen. Hugo Rubenbauer, ein Ausseer Original, stets in einem weißen Arbeitsmantel gekleidet, ein rastloser Arbeiter auch mit seinen mittlerweile 70 Jahren.

Vom kleinen Kammerl zur großen Backstube
Das Ausseer Du ist rasch angeboten, schon tauchen wir in den Lebensgeschichte des Lebzelters ein. Als junger Wilder hat er unter anderem auf den Bahamas gearbeitet, nach der Rückkehr übernahm er - "ohne einen Groschen eigenes Geld" - mit seiner Frau das legendäre Kurcafé Lewandofsky in Bad Aussee.

Inkludiert war eine kleine Lebkuchen-Backstube. "Das Magazin war nur über eine steile Stiege erreichbar", erinnert sich Rubenbauer. Doch mit den Jahren wuchsen - nicht zuletzt dank des Narzissenfests - Bekanntheit und Nachfrage. In den 1980ern übernahmen die Rubenbauers eine alte Tankstelle an der Bundesstraße, errichteten eine Backstube, später ein Café (mit 360-Grad-Blick auf die Berge) und ein Wirtshaus.

Heute wird mit Ausnahme einiger Jännerwochen das ganze Jahr über mit 35 Mitarbeitern produziert. "Sogar an einem heißen August-Tag tragen mir die Gäste den Lebkuchen sackerlweise aus dem Geschäft", freut sich Rubenbauer.

Eine Aussicht wie aus dem Werbeprospekt
Die Vorweihnachtszeit ist aber besonders arbeitsintensiv. Das belegt ein kurzer Abstecher in die Backstube, wo seit dem frühen Morgen viele fleißige Hände süße Köstlichkeiten herstellen. Lohn der Mühen: eine Aussicht, bei der Grazer Büromenschen vor Neid erblassen. Die Zuckerbäcker etwa schauen direkt auf die steil aufragende Trisselwand.

"Bei uns ist alles Handwerk", betont Rubenbauer. "Wir machen auch noch einen echten Grundvorteig, mischen dazu 100 Kilo Roggen und 100 Kilo Blütenhonig und lassen ihn einige Monate im Keller fermentieren. Dann wird er mit dem Hauptteig gemischt."

Der weihnachtliche Duft für zuhause
Jetzt muss der Hausherr aber raus, eine Busladung Ausflugsgäste ist eingetroffen. Mit stolzgeschwellter Brust erzählt er der Runde die Geschichte des Ausseer Lebkuchens, biegt dabei bis nach Polen ab ("unsere ersten Mitarbeiter hatten Wurzeln in Danzig und Warschau"), preist die Aussicht im Café und die Angebote im Geschäft. Etwas später klingelt dort die Kasse. Im Bus wird es auf der Heimfahrt garantiert bereits nach Weihnachten riechen…

Jakob Traby
Jakob Traby

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