Mi, 18. Juli 2018

Akuter Mangel

12.10.2016 16:53

Hunderte Köche für Wintersaison gesucht

Dass Paulina aus der Slowakei und Zoltan aus Ungarn auf der Skihütte den Germknödel servieren, ist längst keine Seltenheit mehr. Der Kampf um die touristischen Saisonarbeitskräfte wird aber immer härter. Einen besonderen Mangel gibt es derzeit bei den Köchen - alleine in der Steiermark sind etwa 200 Stellen unbesetzt. Einige Betriebe müssen bereits ihr Speisenangebot reduzieren.

"Erst gestern hat mir wieder eine slowakische Kellnerin abgesagt. Wahrscheinlich hat sie einen anderen Arbeitgeber gefunden, der mehr zahlt oder der näher bei ihrer Heimat ist", erzählt Franz Perhab (Gasthof Bierfriedl in Pruggern), Tourismus-Spartenobmann bei der Wirtschaftskammer.

Ein Beispiel von vielen, das zeigt: Im (Winter-)Tourismus muss um jede einzelne Fachkraft gekämpft werden. "Im Grunde sucht sich der Mitarbeiter den Arbeitgeber aus", meint Perhab. "Viele sagen kurzfristig ab, die stornieren das wie andere ein gebuchtes Hotel. Die meisten Betriebe werden erst Ende Dezember wissen, ob alle ihre Mitarbeiter tatsächlich kommen."

"Ein Tropfen auf dem heißen Stein"
Besonders viele Saisonarbeiter kommen aktuell aus Ungarn und der Slowakei. Heimische Arbeitslose seien laut Perhab meist nicht vermittelbar, die Ostdeutschen - in den 2000er-Jahren auf den Hütten allgegenwärtig - haben zuhause Jobs gefunden. Und für Hilfskräfte aus Nicht-EU-Ländern wie Bosnien steht in der Steiermark nur ein Kontingent von 125 Personen zur Verfügung. "Ein Tropfen auf dem heißen Stein", sagt Perhab.

Besonders prekär sei heuer die Lage bei den Köchen. Österreichweit würden laut Perhab etwa 2000 Personen fehlen, in der Steiermark seien es 200. "Einige Betriebe hören bereits mit ,a la carte‘ auf. Andere sperren sonntags zu, weil die Mitarbeiter frei haben wollen."

Beim AMS sind derzeit steiermarkweit übrigens 618 offene Stellen im Bereich Beherbergung/Gastronomie gemeldet. Davon sind zwar erst 36 Saisonstellen, "die Saison hat aber noch lange nicht begonnen…"

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